AU – ALTENKIRCHEN – Ein Treffpunkt für die Nachbarschaft braucht mehr als ein Gebäude

AU – ALTENKIRCHEN – Ein Treffpunkt für die Nachbarschaft braucht mehr als ein Gebäude – 10.000 Euro aus dem Rinderstall für die „Neue Station“ in Au

Altenkirchen- Der Rotary Club Westerwald hat am Sonntag, 13. September, einen Spendenscheck über 10.000 Euro an den Verein Stationista e. V. übergeben. Die symbolische Übergabe war Teil der Eröffnungsfeier der Begegnungsstätte „Neue Station“ in Au an der Sieg. Das Geld stammt aus dem Benefizkonzert „Klassik am Rinderstall“, das am 8. und 9. August 2026 auf dem Hofgut Holschbach stattfand.

Überreicht wurde der Scheck von Friedrich Esser, Vorsitzender des Rotary Hilfswerks e. V. des RC Westerwald, gemeinsam mit Andreas R. Becher, Gesamtkoordinator von „Klassik am Rinderstall“, und dessen Frau Marita Waldhofer-Becher. Entgegen genommen hat ihn die Leitung von Stationista e. V. vor den Besuchern der Eröffnungsfeier und den Helfern des Rotary Clubs Westerwald, die zur Eröffnung in das frühere Bahnhofsgebäude gekommen waren.

In der „Neuen Station“ entsteht ein offener Treffpunkt für Menschen aus Au und den umliegenden Orten. Der Verein will dort Veranstaltungen, Nachbarschaftsangebote und Raum für gemeinsames Arbeiten zusammenbringen. Die Rotarier hatten das Vorhaben bereits im Frühjahr als Empfänger des Konzerterlöses ausgewählt.

„Die Mitglieder des Rotary Club Westerwald unterstützt Projekte, bei denen wir sehen, wer davon profitiert und was daraus wird“, sagt Friedrich Esser. „Die Neue Station ist so ein Projekt. Hier trifft sich eine ganze Region unter einem Dach, und das entsteht aus der Nachbarschaft heraus.“

Das Konzert am ehemaligen Rinderstall des Hofguts Holschbach war an beiden Abenden gut besucht. Getragen wurde es von zahlreichen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern, die Bestuhlung, Bewirtung, Technik und Einlass übernahmen. „Ohne die vielen Helfer und ohne die Unterstützung der Musiker, wäre diese Summe nicht zusammengekommen“, sagt Andreas Becher. „Der Erlös bleibt vollständig in der Region.“

Warum Rotarier sich engagieren

Rotary wurde 1905 von Paul Harris in Chicago gegründet und ist heute eine der ältesten Serviceorganisationen der Welt. Weltweit gehören ihr rund 1,2 Millionen Mitglieder in mehr als 200 Ländern an, in Deutschland gibt es mehr als 1.100 Clubs mit rund 57.000 Mitgliedern.

In einem Rotary Club kommen Menschen aus unterschiedlichen Berufen zusammen. Sie treffen sich regelmäßig, tauschen sich aus und setzen ihre beruflichen Erfahrungen für gemeinnützige Projekte ein. Das Leitmotiv lautet „Selbstloses Dienen“. Als Maßstab für das eigene Handeln dient die Vier-Fragen-Probe, die unter anderem fragt, ob eine Sache der Wahrheit entspricht und ob sie allen Beteiligten dient.

Die Mittel für Projekte erwirtschaften die Clubs selbst, über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Benefizveranstaltungen wie „Klassik am Rinderstall“. Die Arbeit im Club ist ehrenamtlich, Verwaltungskosten entstehen kaum. Neben regionalen Vorhaben beteiligen sich Rotarier an internationalen Programmen, darunter die weltweite Kampagne zur Ausrottung der Kinderlähmung.

Für den Rotary Club Westerwald steht dabei die Nähe im Vordergrund. Unterstützt werden Projekte, die im Westerwald und in den angrenzenden Kreisen wirken und bei denen die Mitglieder auch mit ihrer Arbeitskraft anpacken können.

Foto: Scheckübergabe bei der Eröffnung der „Neuen Station“ in Au an der Sieg. Foto: Torsten Löhr, Rotary Club Westerwald

 

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