ALTENKIRCHEN – Wie ist die Katholische Kirche im Dekanat aufgestellt?
ALTENKIRCHEN – Wie ist die Katholische Kirche im Dekanat aufgestellt?
Wie ist die Katholische Kirche im Dekanat aufgestellt? Wir gingen dieser Frage nach, nachdem kürzlich mit Ostern und dem Weißen Sonntag zwei Feste gefeiert wurden, die jeweils volle Gotteshäuser bescherten. In Altenkirchen allein waren es jeweils rund 300 Gläubige. Das öffentliche Interesse scheint zu wachsen, so ein Beobachter.
Im Dekanat Altenkirchen gibt es 13.050 gemeldete Katholiken. Die Kirche hofft, dass die Zahl der Kirchenaustritte abnimmt. Sie tut viel dafür, die Menschen wieder zurück zum Glauben zu führen und somit einen Halt zu bieten. Was tut sie dafür? Wir führten ein Gespräch mit den Priestern Joseph Vellappanattu und Sijo Cyriac. Beide stammen aus Indien und gehören der Gemeinschaft der Karmeliter an, wovon es in Deutschland nur 30 gibt, in Indien sind es rund 3000. Nachdem in Deutschland Priestermangel herrscht, was auch das Dekanat in Altenkirchen betrifft, entschloss sich der Bischof des Erzbistums Köln, Rainer Maria Kardinal Woelki, die Brüder in Indien zu kontaktieren, um nach Hilfe zu bitten.
Der Ausbildungsweg eines katholischen Priesters ist sieben Jahre lang, bis zum ersten Versprechen und weitere sieben bis zum zweiten. Das erste Versprechen gegenüber dem Bischof ist Ehelosigkeit und das zweite der Gehorsam gegenüber dem Bischof und dessen Nachfolger. Wir fragten Priester Joseph, was ihn dazu bewegt habe, diesen Weg zu wählen. Er sei nicht von der Familie dazu gefragt worden, erklärte er, sondern sei schon als Kind jeden Tag in die Kirche gegangen und habe gebetet. Er sieht seine Entscheidung als eine tatsächliche Berufung. Mit der Ehelosigkeit sei er zufrieden. Er sehe auch die vielen zerrütteten familiären Verhältnisse und Scheidungen sowie die Probleme, die daraus entstehen und möchte genau da helfen. Er wolle nicht nur wenige Kinder betreuen, sondern alle. Im Hinblick auf eine Ehe sehe er daraus resultierend ein kontrolliertes Leben, aber er ziehe es vor, frei zu sein.
Beide Priester zeigten sich sehr gastfreundlich, offerierten köstliches landestypisches Essen und indischen Tee, der nahezu wie Kaffee schmeckte. Zum Nachtisch wurde Payasam gereicht, eine Süßspeise auf Basis von Reis. Beeindruckend ist die sprachliche Ausbildung der beiden Inder. Priester Joseph spricht sechs und Priester Sijo sogar sieben Sprachen. Sie leben in bescheidenen Verhältnissen, in dem Haus, das für Diakon Wolfgang Speicher und seiner Familie, aus der 9 Kinder hervorgingen, einst der Wohnort war. Als dienstältester Priester fungiert Michael Kürten.
Die geplanten Aktivitäten in der katholischen Kirche Sankt Jakobus sind vielfältig. Am Sonntag, 28. Juni ist das Pfarrfest, in den Sommerferien wird eine Kinderfreizeit verbunden mit einer Reise nach Spanien angeboten. Für Samstag, 28. November ist die Firmung mit 24 Firmlingen geplant. Sankt Jakobus, eine Gemeinde mit Tradition und einem lebendigen Leben, das hoffen lässt. (Werner Klak)
- Die beiden indischen Priester Sijo Cyriac (links) und Joseph Vellappanattu sind zwei Stützen in der katholischen Kirche Sankt Jakobus in Altenkirchen. Aufgrund des Priestermangels wurden sie in den Westerwald berufen und fühlen sich hier wohl. Foto: Werner Klak
- Die katholische Kirche Sankt Jakobus in Altenkirchen wird von drei indischen Priestern geleitet. Sie führen die Gemeinde mit Empathie und geben den Gläubigen ein Gefühl der Sicherheit. Foto: Werner Klak

















