ALTENKIRCHEN – Tibetischen Fahne weht gegen das Vergessen

ALTENKIRCHEN – Tibetischen Fahne weht gegen das Vergessen

Am 10. März 2026 jährte sich zum 67. Mal der Jahrestag der völkerrechtswidrigen Okkupation Tibets durch die chinesischen Machthaber. Die Tibetfreunde Westerwald gedachten, wie auch vor mehr als 400 Rathäusern bundesweit, um 9:00 Uhr vor der Kreisverwaltung Altenkirchen und anschließend vor dem Rathaus der Verbandsgemeinde Hachenburg des Tages des tibetischen Aufstandes und der Unterwerfung Tibets, durch das Hissen der tibetischen Flagge – einem ehrwürdigen Symbol der tibetischen Geschichte, Kultur und des ungebrochenen Willens vieler Tibeterinnen und Tibeter, in Freiheit und Würde zu leben.

Neben den anwesenden Tibet-Freunden haben auch vier Vertreterinnen und Vertreter der Köln-Bonner tibetischen Community die weite Anreise nicht gescheut, um bei dieser Zeremonie dabei zu sein.

In diesem Moment fühlten die Anwesenden mit all jenen, die weltweit für Gerechtigkeit, Dialog und friedlichen Wandel eintreten. Möge dieses Zeichen alle daran erinnern, dass Freiheit, Menschenwürde und kulturelle Vielfalt universelle Werte sind, die es jeden Tag aufs Neue zu verteidigen lohnt.

Die Veranstaltung wurde mit einem Grußwort von Sabine Bätzing-Lichtenthäler, MdL, eröffnet. Danach schallte die Tibetische Nationalhymne, die kraftvoll von den tibetischen Gästen mitgesungen wurde, über den Vorplatz des Kreisständehauses und des Rathauses in Hachenburg.

Gemeinsam standen zumindest die Anwesenden an der Seite all jener, die sich für Dialog, Respekt und friedliche Lösungen starkmachen. In einer Zeit, in der der Druck über Grenzen hinweg zunimmt und transnationale Repression zunehmen kann, bleibt die tibetische Frage eine globale Verantwortung. Möge die tibetische Flagge nicht nur ein Banner der Geschichte bleiben, sondern ein leuchtendes Licht der Hoffnung sein: Sie soll Brücken bauen, Herzen öffnen und Mut schenken, sich für Gerechtigkeit starkzumachen.

Besonders berührt hatte alle, die sie hörten, die Geschichte von Zhang Yadi, einer mutigen 22jährigen Chinesin, die in Paris studiert und die sich für die Rechte der Tibeter einsetzt. Sie habe „niemals radikale oder separatistische Positionen vertreten“, beschreibt eine ihrer Freunde ihr Engagement. Während eines Besuches bei ihren Eltern in China wurde sie durch die chinesischen Behörden vor 8 Monaten verhaftet und verschwand spurlos. Sie ist bis heute nicht aufgetaucht. Wie die Tibet-Initiative Deutschland berichtet. Ihre Menschlichkeit und ihr Mut zeigen eindrücklich, welchen Preis der Einsatz für Tibeterinnen und Tibeter verlangen kann – und wie wichtig Solidarität, Mut und friedlicher Einsatz sind.

Auch die in Deutschland lebenden Tibeterinnen und Tibeter, aber auch Chinesinnen und Chinesen, können in Deutschland nicht ohne Angst leben. Sie können ihre grundgesetzlich garantierten Rechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit nicht ohne Repression wahrnehmen. Auch werden sie unter Druck zu Spionage aufgefordert. Dieses Vorgehen wird auch als „transnationale Repression“ bezeichnet.

Alle Anwesenden waren der Meinung, dass solche Schicksale alle bestärken sollten, kreativ, friedlich und nachhaltig für eine bessere Zukunft einzustehen und die Würde jedes Einzelnen zu verteidigen.

67 Gongschläge, zum Gedenken an 67 Jahre der Unterdrückung und Repression des tibetischen Volkes durch die chinesischen Besatzer, beendeten die Veranstaltung in Stille, wie es diesem Gedenktag entspricht.

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