ALTENKIRCHEN – Eine Zeitreise durch die Kreisstadt Altenkirchen
ALTENKIRCHEN – Eine Zeitreise durch die Kreisstadt Altenkirchen
Eine Zeitreise durch die Kreisstadt Altenkirchen machten Christine Grabowsky und Nachtwächter Günter Imhäuser am Dienstagvormittag. Den Kindern des vierten Schuljahres der Pestalozzischule stand manchmal der Mund offen, als sie erfuhren, was die Kinder im Mittelalter alles leisten mussten. Die Historie der Kleinstadt rückte in greifbare Nähe als sie Reste der über 1.000 Jahre alten Stadtmauer berühren konnten.
„Seid Ihr bereit“, so Christine und Günter, die den Kindern lautmalerisch das Tun und Wirken der damaligen Zeit näher brachten. Es wurde gelehrt, wie man das Alter der über 400 Jahre alten Gebäude wiedererkennen kann. „Leider“, hieß es am Schluss, „dass wir wieder in die Schule zurück müssen“.
Imhäuser, als zertifizierter Gästeführer, hatte sich gut auf diesen ersten Tag in der Saison 2026 der Stadtführungen vorbereitet. Diese werden ansonsten für Erwachsene organisiert. Wie kein Zweiter hat er sich in 14 Jahren als Kenner der Stadt entwickelt und weiß um die Anekdoten des Ortes – er kennt sie aus dem Effeff. Ob es die Erklärung des Kratzsteins ist, aus dessen Wortspiel der Begriff „um die Kurve kratzen“ entstand oder die Bedeutung der Drecksgass. Selbst der Begriff Reeperbahn, der in der Führung für Erwachsene erklärt wird, wurde klar, dass es sich hierbei um die Produktion von Hanfseilen handelt. Christine, die die Führung für die Kinder leitete, stellte einige Fragen, die fleißig beantwortet wurden. „Eineinhalb Stunden gingen rum wie im Flug“, so ein Beobachter.
„War der Beruf des Nachtwächters beliebt?“ Die Antwort erstaunte die Viertklässler, dachten sie doch aufgrund des Gewandes und der Ausstattung des Mannes der Nacht, sei es ein angesehener Beruf gewesen. „Ganz das Gegenteil“ so Imhäuser. Es war ein unehrenhafter Beruf. Nur drei Taler gab es dafür im Jahr und einen Liter Öl für seine Lampe. Arbeit in der Landwirtschaft sei somit vonnöten gewesen, um über die Runden zu kommen und satt zu werden. Allerdings hatte der Nachwächter ein Zimmer im damaligen Schloss. Ehrenhafte Berufe hingegen waren der des Bürgermeisters oder des Pfarrers.
Bei der Schätzung des Alters der Evangelischen Kirche gab es ein weiteres Mal Erstaunen, da dies auf 1000 Jahre beziffert wurde, aber tatsächlich vor 70 Jahren errichtet wurde. Die Einweihung fand am 27. September 1953 statt. Betont wurde, dass selbst nach der mehrfachen Zerstörung der Kirchen diese immer wieder an derselben Stelle aufgebaut wurden. Die Erklärung von Feuer war dem ehemaligen Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr von Altenkirchen besonders wichtig. „Ich will keinen sehen, der von Euch mit Feuer in der Wohnung spielt“, gab er den Schülern mit auf den Weg. Der Tag wurde mit einem Besuch in einer örtlichen Buchhandlung abgerundet und wird wohl am Nachmittag Gesprächsstoff bei den Eltern gewesen sein.
- Foto: Vor der Kulisse des Schlossplatzes begann für die Schüler der vierten Klasse der Pestalozzischule eine Zeitreise durch das Mittelalter in Form einer Stadtführung. Foto: Werner Klak
- Foto: Ein über 300 Jahre alter Grabstein vor der Christuskirche erinnerte an die Geschichte der Altenkichener Familie Neuhoff, die mit einem Malerbetrieb nach wie vor ortsansässig ist. Foto: Werner Klak
- Foto: Nachtwächter Günter hatte vor historischen Gebäuden der Stadt Altenkirchen viele Neuigkeiten zu erzählen. Die Kinder der Pestalozzischule hörten ihm gespannt zu. Foto: Werner Klak
- Foto: Hautnah konnten die Kinder des vierten Schuljahres der Pestalozzi-Grundschule erleben, was es heißt, eine über 1000 Jahre alte Mauer zu berühren. Sie waren begeistert von der kurzweiligen Stadtführung von Christine und Günter. Foto: Werner Klak
- Foto: Der Rest, der über 1.000 Jahre alten Stadtmauer in Altenkirchen war ein historischer Hintergrund für ein Erinnerungsfoto der Viertklässler der Pestalozzischule, die am Dienstagvormittag bei einer Stadtführung unvergessliche Eindrücke sammelte. Foto: Werner Klak





















