ALTENKIRCHEN – Die Schwalben sind eine artenreiche Familie von der Gattung der Sperlingsvögel und singen gerne
ALTENKIRCHEN – Die Schwalben sind eine artenreiche Familie von der Gattung der Sperlingsvögel und singen gerne. So steht es in den Lehrbüchern. Aber was ist das Geheimnis dieser wunderbar exotischen und doch heimischen Vögel, die meist in Scharen unterwegs sind?
Schwalben haben ein sensibles Gehör und kommunizieren ununterbrochen, und zwar in einer großen Bandbreite an Lauten. Sie sind niemals angriffslustig, aber sie lieben es, sich mit anderen Artgenossen zu unterhalten. Sie ernähren sich von Fluginsekten in Mitteleuropa und sind Zugvögel. Wo verbringen sie die Winterzeit? Sie fliegen im Herbst südlich der Sahara nach Afrika und verbringen dort die Zeit in wärmeren Gefilden.
Bis zu 16 Jahren können sie alt werden, bei guter Pflege. In der Wildnis ist ihre Lebensdauer durchschnittlich nur zwei Jahre. Schwalben haben keine Mindesttemperatur, bei der sie noch fliegen können. Es hängt vielmehr vom Insektenflug ab, da sie reine Insektenfresser sind. Die meisten Insekten stellen ihren Flug bei Temperaturen von 10 bis 12 Grad Celsius ein.
Schwalben vermehren sich durch das Legen von Eiern, nachdem sie sich im Frühling nach der Rückkehr aus Afrika einen Partner ausgesucht haben. Sie bauen dann Nester aus Lehm und Speichel. Schwalben brüten zwei Mal im Jahr, jeweils rund drei bis sechs Küken schlüpfen dann aus den Eiern. Der Nachwuchs ist bereits nach 20 bis 30 Tagen flugfähig und geht dann selbst auf Nahrungssuche. Es sei einzigartig in der Tierwelt, meinte ein Beobachter. Schwalben teilen sich die Aufgaben, so wie es bei den Menschen auch sein sollte, meinte ein erfahrener Tierforscher. Dominanz in einer Beziehung führe meist zu Streitigkeiten. Die Tierwelt sei uns da oftmals um einiges voraus, erklärte er weiter.
Die Redewendung „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer“ stammt aus der Antike. Sie geht auf den griechischen Philosophen Aristoteles zurück, der im vierten Jahrhundert vor Christus lebte, also vor etwa 2400 Jahren. Die Fabel von Äsip besagt, dass ein leichtsinniger junger Mann im Frühjahr eine einzige Schwalbe sah und sofort seinen warmen Wintermantel verkaufte. Allerdings kam danach eine bittere Kältewelle, in der er bitterlich gefroren hat.
Um bei Aristoteles zu bleiben; er nutzte die sogenannte Nikomanische Ethik dafür, um zu erklären, dass ein glückliches Leben im Momentum noch nicht ein glückliches Leben auf Dauer ausmache. Damals wie heute gehören hierzu Respekt, Fleiß und gegenseitige Anerkennung dazu. Jeder der Partner muss bereit sein, auf den anderen zuzugehen und auch mal mit einem Lächeln darüber hinwegzusehen, wenn ein Fehler gemacht wurde. Dazu gehört auch, dass man für den anderen, ob Mann oder Frau, das Portemonnaie öffnet. In der Schwalbenwelt spielt Geld keine Rolle. Und in der Menschenwelt sollte Geld auch nicht die dominierende Rolle übernehmen. (Werner Klak)

















