Marlies Becker zum Thema Industriegebiete in der Region

Willroth - DSC_0014OBERLAHR – Marlies Becker zum Thema Industriegebiete in der Region – “Was dem einen sin Uhl, ist dem anderen sin Nachtigall“, das pflegte meine norddeutsche Großmutter gelegentlich zu bemerken, wenn irgendjemanden die Meinung eines Anderen nicht passte. Nun sind die favorisierten Dinge im Leben einer Frau, die aus der Großstadt aufs Land zieht eben mal anders als die der Landbewohner, die gern mehr Action im Dorf hätten. Während man in der Großstadt aufpassen muss, wenn man den störenden Ast einer Kastanie in seinem Vorgarten absägt, dass man beim Umweltamt anzeigt wird, werden in meiner Wahlheimat, dem Raiffeisenland, ganze Wälder plattgemacht um ein Industriegebiet auszuweisen. Dass ich mich jüngst damit in einem Artikel auseinandersetzte, hat dann nicht im Dorf, in dem ich lebe, aber zwei Dörfer weiter bei den zuständigen Aktivisten für Unmut gesorgt. Da berichte ich doch tatsächlich von heimatlosen Füchsen, die im Schlamm keine Mäuse mehr finden. Was eigentlich rheinischer Humor sein sollte, wurde zwar im Westerwald falsch verstanden, hat dennoch dazu geführt, dass das Thema Industriegebiet am Förderturm interessanter und bekannter wurde. Der ein oder andere hat dann auch mal die inzwischen überarbeitete Werbepage des Industriepark am Förderturm angeklickt und darüber diskutiert. Während an der A3 und im Amt sich das Verständnis für Igel und Lurche in Grenzen hält und eher Beton, Steuerzahler und Arbeitgeber im Fokus stehen, wartet man in der Gemeinde Oberlahr schon seit Jahren auf die Ausweisung eines dringend notwendigen Industriegebiets. An Arbeitsplätzen in der 700 Seelen Gemeinde mangelt es nicht. Um die 500 Arbeitsplätze sind es inzwischen und könnten noch zeitnah mehr werden, oder auch weniger. Elke und Stefan Pott sind mit ihrem Unternehmen nach Horhausen umgezogen. Ein Areal von 8.000 m² bietet den Unternehmern bessere Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Wachstum. Nach jahrelangem Hoffen, zahllosen Vertröstungen und Versprechungen hat der Oberlahrer resigniert und seinen Firmensitz verlagert. Auch bezüglich des Industriegebietes Oberlahr sind die Interessen an verantwortlicher Stelle in zwei Lager geteilt. Die einen sind für die Natur im Wiedtal, andere Anlieger brauchen Platz und sichern Arbeitsplätze. Auch da ist eben „dem einen sin Uhl, ist dem anderen sin Nachtigall“. (mabe) Fotos: Becker

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