Seit 53 Jahren vermisst: Polizei sucht neue Hinweise im Fall Isolde Becker

Windeck-Dattenfeld. Am 20. Mai 1973 besuchte die damals 13-jährige Isolde Becker die Maikirmes in Windeck-Dattenfeld. Zwischen 10.30 und 13.30 Uhr wurde sie dort zum letzten Mal gesehen, wobei sie sich nach den heutigen Erkenntnissen der Polizei überwiegend im Bereich des Autoscooters aufhielt. Das Mädchen kehrte an diesem Sonntag nicht nach Hause zurück. Mehr als 53 Jahre später versucht die Bonner Polizei weiterhin herauszufinden, was damals auf dem Kirmesplatz geschah.

Der Fall beschäftigt seit März dieses Jahres erneut die Cold-Case-Ermittlungsgruppe der Bonner Polizei. Die Ermittler haben inzwischen weitere Zeugen befragt und konnten auch den damaligen Betreiber des Autoscooters ausfindig machen. Eine Erklärung für das Verschwinden von Isolde Becker haben die neuen Ermittlungen allerdings noch nicht geliefert.

Ein Kirmesbesuch, von dem sie nicht zurückkehrte

Isolde Becker lebte 1973 in Windeck. Am Sonntag, 20. Mai, hielt sie sich auf der Maikirmes im Ortsteil Dattenfeld auf. Nach Angaben der Polizei bestätigen auch die aktuellen Ermittlungen, dass das Mädchen einen großen Teil seiner Zeit auf dem Festplatz in der Nähe des dort aufgebauten Autoscooters verbrachte.

Was nach der letzten bekannten Sichtung zwischen 10.30 und 13.30 Uhr geschah, ist bis heute nicht geklärt. Als Isolde nicht nach Hause zurückkehrte, meldeten ihre Angehörigen sie am folgenden Tag, dem 21. Mai 1973, bei einer Polizeiwache im Rhein-Sieg-Kreis als vermisst. Seitdem gibt es nach Angaben der Ermittler kein weiteres Lebenszeichen von ihr.

Die Bonner Polizei geht aufgrund der Gesamtumstände mittlerweile davon aus, dass Isolde Becker nicht mehr lebt. Auch ein Tötungsdelikt wird ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Ob das Mädchen tatsächlich Opfer eines Verbrechens wurde, konnte bislang jedoch nicht festgestellt werden.

Ermittlungen führen erneut zum Autoscooter

Im März 2026 nahm die Cold-Case-Einheit den jahrzehntealten Vermisstenfall wieder auf. Zunächst versuchten die Ermittler, über das frühere persönliche Umfeld des Mädchens neue Anhaltspunkte zu gewinnen. Gesucht wurden unter anderem Menschen, die damals mit Isolde befreundet waren oder gemeinsam mit ihr zur Schule gingen.

Daneben rückte die Maikirmes von 1973 erneut in den Mittelpunkt. Die Polizei interessierte sich besonders für Besucher des Festplatzes und für Schausteller, die damals in Dattenfeld tätig waren.

Wie die Bonner Polizei am Donnerstag (5. November) mitteilte, konnte inzwischen auch der damalige Betreiber des Autoscooters ausfindig gemacht und als Zeuge befragt werden. Darüber hinaus bezogen die Ermittler weitere Schausteller aus Nordrhein-Westfalen in ihre Nachforschungen ein. Die Befragungen haben bislang keine Klarheit über die Ereignisse vom 20. Mai 1973 gebracht.

Alte Kirmesfotos könnten heute noch helfen

Die Ermittler hoffen nun erneut auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Besonders interessant sind Fotos, die während der Maikirmes vom 19. bis 21. Mai 1973 in Windeck-Dattenfeld aufgenommen wurden. Im Mittelpunkt stehen Bilder des Autoscooters und der Menschen, die sich damals in seinem Umfeld aufhielten.

Auch wer selbst die Kirmes besucht hat und sich noch an einzelne Beobachtungen erinnert, wird gebeten, sich zu melden. Bereits bei ihrem ersten Aufruf im März hatte die Polizei zudem nach früheren Bekannten und Schulkameraden von Isolde Becker sowie nach Unterlagen aus dem damaligen Schaustellergewerbe gefragt.

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 11 der Bonner Polizei unter 0228 15-0 oder per E-Mail an KK11.Bonn@polizei.nrw.de entgegen.

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