Kinderschutz in Kitas: Wie Erzieher auch in Stresssituationen feinfühlig bleiben können

Kreis Altenkirchen. Wenn Kinder Grenzen austesten, der Alltag hektisch wird und gleichzeitig die Erwartungen der Eltern steigen, geraten auch erfahrene Erzieherinnen und Erzieher manchmal an ihre Belastungsgrenzen. Wie sich in solchen Situationen verletzendes Verhalten vermeiden lässt, war Thema einer Fortbildungsveranstaltung der Kita-Fachberatung des Kreises Altenkirchen.

Unter dem Titel „Zwischen Feinfühligkeit und verletzendem Verhalten in Kindertageseinrichtungen – Wege des Gelingens“ kamen zahlreiche pädagogische Fachkräfte im Wilhelm-Boden-Saal der Kreisverwaltung zusammen. Organisiert hatte den Thementag Simon Patt von der Kita-Fachberatung.

Als Referentinnen waren die Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Regina Remsperger-Kehm und Prof. Dr. Astrid Boll eingeladen. Beide beschäftigen sich in ihrer Forschung mit dem Umgang mit Kindern und vermittelten den Teilnehmenden praktische Anregungen für den Kita-Alltag.

Beim Thementag zum Kinderschutz in der Kreisverwaltung Altenkirchen tauschten sich Fachleute über den Umgang mit Kindern in schwierigen Alltagssituationen aus. Simon Patt von der Kita-Fachberatung (links) und Jugendamtsleiter Mark Schneider begrüßten die Referentinnen Prof. Dr. Astrid Boll und Prof. Dr. Regina Remsperger-Kehm. Foto: Kreisverwaltung Altenkirchen / Thorsten Stahl.

Wenn Überlastung zu verletzendem Verhalten führt

Ein Schwerpunkt war die Frage, wie pädagogische Fachkräfte auch unter hoher Belastung angemessen auf Kinder reagieren können. Denn verletzendes Verhalten entsteht nach Einschätzung der Referentinnen häufig aus Überforderung und Hilflosigkeit.

Dabei gehe es nicht darum, Erzieherinnen und Erziehern Vorwürfe zu machen, sondern schwierige Situationen zu erkennen und Wege für einen besseren Umgang damit zu finden.

Auch die Vorstellung, dass der Umgang mit Kindern früher grundsätzlich einfacher gewesen sei, wiesen die Wissenschaftlerinnen zurück. Ein respektvoller Umgang sei schon immer entscheidend für die Entwicklung eines gesunden Selbstwertgefühls und späterer Lernprozesse gewesen.

Zusätzlicher Druck könne entstehen, wenn Eltern zunehmend erwarten, dass Kindertageseinrichtungen auch Herausforderungen lösen, mit denen sie selbst im Familienalltag konfrontiert sind.

Feinfühligkeit bedeutet nicht, auf Grenzen zu verzichten

Die Referentinnen machten zugleich deutlich, dass ein wertschätzender Umgang mit Kindern klare Regeln und Strukturen nicht ausschließt. Feinfühligkeit bedeute keineswegs, auf Grenzen zu verzichten.

Jugendamtsleiter Mark Schneider betonte bei seiner Begrüßung, dass die Arbeit mit Kindern eine gemeinsame Aufgabe vieler Beteiligter sei. Im Kreis Altenkirchen werde diese von zahlreichen Fachkräften und Einrichtungen mit großem Engagement wahrgenommen.

Mit regelmäßigen Fach- und Thementagen möchte die Kita-Fachberatung der Kreisverwaltung die pädagogischen Fachkräfte bei den wachsenden Anforderungen ihrer Arbeit unterstützen.

Quelle: Kreisverwaltung Altenkirchen, Pressemitteilung.

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