Ungewöhnlicher Nachwuchs im Zoo Neuwied: Kranich brütet fremdes Ei aus
Neuwied. Im Zoo Neuwied gibt es gleich doppelt Nachwuchs bei den Paradieskranichen. Besonders ungewöhnlich ist dabei die Geschichte eines der Küken: Es wurde nicht von seinen eigenen Eltern ausgebrütet, sondern von einem Saruskranichweibchen. Die Tierpfleger hatten dem Vogel das fremde Ei untergelegt.
Hintergrund sind Schwierigkeiten bei der Nachzucht der Paradieskraniche. Um die Eier vor einem möglichen Verlust zu schützen, hatte das Zooteam sie zunächst in einen Brutkasten gebracht. Zootierpfleger Jonas Feinkohl entwickelte daraufhin die Idee, ein anderes Kranichpaar als Pflegeeltern einzusetzen.
Erst ein Gipsei, dann das echte Ei
Bevor die Tierpfleger den Versuch wagten, tauschten sie die unbefruchteten Eier der Saruskraniche gegen ein Gipsei aus. Damit wollten sie herausfinden, ob das Weibchen den fremden Gegenstand überhaupt annehmen würde.
Der Test gelang. „Sie hat sich zu unserer Freude einfach draufgesetzt und begann zu brüten“, berichtet Zootierpflegerin Isabell Nawara.
Noch am selben Tag tauschte das Team das Gipsei gegen das echte Paradieskranich-Ei aus. Kurz darauf schlüpfte das Küken. Seitdem kümmern sich die Saruskraniche um den kleinen Vogel.
Gleich zwei Jungtiere
Auch bei den eigentlichen Paradieskranich-Eltern gab es eine erfreuliche Entwicklung: Das Weibchen legte ein weiteres Ei, das diesmal erfolgreich ausgebrütet wurde. Damit wachsen nun zwei junge Paradieskraniche im Zoo Neuwied heran.
Für den Zoo ist der Nachwuchs besonders wichtig. Der Paradieskranich gilt als gefährdete Tierart. Die gezielte Nachzucht soll dazu beitragen, die Art langfristig zu erhalten.
Besucher können die beiden Jungtiere im Zoo Neuwied entdecken.
Quelle: Zoo Neuwied, Veröffentlichung vom 23. Oktober 2026.
Vorschaubild (Archivaufnahme von 2008): A.Savin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
















