OBER-OLM – Fledermauskundliche Erfassungen und zeigte mögliche Schutzmaßnahmen auf

OBER-OLM – Fledermauskundliche Erfassungen und zeigte mögliche Schutzmaßnahmen auf – Auftakt für den Schutz windkraftsensibler Waldfledermäuse – Akteurinnen und Akteure aus ehrenamtlichen sowie behördlichen Naturschutz, Politik und Forschung kommen im Ober-Olmer Wald zusammen

Am 25. August 2026 fand im Wald-Naturschutzzentrum Forsthaus Ober-Olmer Wald die Auftaktveranstaltung des rheinland-pfälzischen Projekts des bundesweiten Verbundvorhabens „Lebensraumschutz für windkraftsensible Waldfledermäuse“ statt. Rund 25 Vertreterinnen und Vertreter aus Naturschutz, Politik und Forschung informierten sich über die faszinierenden Lebewesen und die Ziele des Projekts. Bei einer anschließenden Exkursion durch den Ober-Olmer Wald konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mithilfe von Fledermausdetektoren verschiedene Arten nachweisen und relevante Habitatstrukturen vor Ort besichtigen.

Das Projekt wird im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP) durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert. Ziel ist es, die Lebensraumqualität für Waldfledermäuse zu erhalten und zu verbessern, die durch Lebensraumverlust, beispielsweise infolge der zunehmenden Errichtung von Windenergieanlagen in Wäldern, sowie durch die damit verbundene Schlaggefährdung bedroht sind. Im Fokus stehen die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus), die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), die Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii) und der Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri).

„Der Schutz der Waldfledermäuse gelingt nur durch die enge Zusammenarbeit der Forstwirtschaft, des Naturschutzes und der Genehmigungsbehörden sowie der Wissenschaft, um gemeinsam Schutzmaßnahmen zu planen, die wirken um die Artenvielfalt zu erhalten“, so Umweltministerin Schneider, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz (SNU).

Einen fachlichen Schwerpunkt der Auftaktveranstaltung bildete der Vortrag von Markus Dietz vom Institut für Tierökologie und Naturbildung (ITN). Der Fledermausexperte stellte die Zielarten und ihre Gefährdung vor, gab Einblicke in die Nach der Projektvorstellung führte eine Exkursion durch den Ober-Olmer Wald. Mit Fledermausdetektoren, konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Fledermausarten, wie Zwergfledermaus, Mückenfledermaus und Kleiner Abendsegler anhand ihrer Rufe bestimmen.  Die Exkursion machte deutlich, wie eng Waldstrukturen, insbesondere das Alter der Bäume, vorhandene Baumhöhlen und der Lebensraum der nachtaktiven Insektenjäger miteinander verknüpft sind und warum der Erhalt naturnaher Wälder für ihren Schutz entscheidend ist.

Rheinland-Pfalz weist mit seinen Mittelgebirgslandschaften und den vorherrschenden Laubmischwäldern – insbesondere Eifel, Hunsrück, Westerwald und Pfälzerwald – bedeutsame Lebensräume für waldbewohnende Fledermausarten auf. „Rheinland-Pfalz kann aufgrund seines Waldreichtums maßgeblich zum Schutz von waldbewohnenden Fledermausarten beitragen. Hierzu zählen neben der Bechstein- und Mopsfledermaus auch die Rauhautfledermaus, die als wandernde Fledermausart wichtige Trittsteinbiotope in Rheinland-Pfalz vorfindet“, so Dietz.

In den kommenden Jahren sind Nacherfassungen mittels akustischen Monitorings, Netzfängen und Telemetrie geplant. Zudem werden Schutzmaßnahmen umgesetzt und Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt.

Das bundesweite Verbundprojekt läuft unter Federführung der Naturstiftung David gemeinsam mit zehn Partnerorganisationen in elf Bundesländern und wird in der Förderperiode 2026–2031 umgesetzt.

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