ALTENKIRCHEN – Wie sehen die Straßen der Kreisstadt aus? Welche Erfahrungen machen die Fahrradfahrer?
ALTENKIRCHEN – Wie sehen die Straßen der Kreisstadt aus? Welche Erfahrungen machen die Fahrradfahrer?
Am 23. Juli wurde die Bahnhofstraße feierlich als offizielle Fahrradstraße eingeweiht und gibt damit den Besitzern der Velos, ob mit oder ohne elektrischen Antrieb, Vorfahrt. Das sei auch längst fällig gewesen, so ein Radfahrer, der mehr als einmal einen Beinahe-Crash mit Autos hatte, deren Fahrerinnen und Fahrer oftmals die Verkehrsregeln missachten. Übertriebene Hektik, Stress und selbst gemachte Probleme sind jeden Tag angesagt, so ein Beobachter.
Dass regelmäßig „Promillefürsten“ mit zusätzlich Amphetaminen im Blut hinter dem Steuer sitzen, kommt erschwerend hinzu. Sie haben ihre Wurzeln meist in östlichen Gefilden und besitzen nicht selten keine gültige Fahrerlaubnis. Auf öffentlichen Verhandlungen vor dem Amtsgericht kann man sich davon überzeugen. Selbst empfindliche Geldstrafen schrecken da nicht ab.
Einer unserer Mitarbeiter machte auf dem Bürgersteig der Wiedstraße kürzlich eine schräge Erfahrung. Vom Parkplatz einer Bäckerei rollte ein Auto vorwärts, der Fahrer schaute links. Der Radfahrer kam von rechts. Er stieg ab und das Auto touchierte sein Rad. Kein Sturz, keine Verletzung, aber ein Schreck. Das Fenster der Beifahrerseite war herunter gedreht. „Was war das denn?“, so die erstaunte Frage des Radfahrers. „Ich habe nur Bier getrunken“, kam es kleinlaut von der männlichen Person zurück. Das ist nicht zum Lachen. Man stelle sich nur vor, eine Mutter sei mit ihrem Kinderwagen unterwegs gewesen.
Zurück zur Straße. Neben der Fahrradstraße wurde zeitnah auch die Wiedstraße im Bereich Raiffeisenstraße bis zum Abzweig Konrad-Adenauer-Platz übersichtlich markiert und beidseitig ein rund ein Meter breiter Fahrradweg gestrichelt.
Nun zu den weniger lustigen Streckenabschnitten. Die Landesstraße 267, besser bekannt als Koblenzer Straße, hat innerhalb des Ortsbereiches fast schon den Charakter eines Trümmerfeldes, und das seit Jahrzehnten. Einer unserer Mitarbeiter weiß ein Lied davon zu singen, da es der tägliche Dienstweg zur Papierfabrik in Almersbach war. Der Bürgersteig sieht nicht viel besser aus. Zwei Narben an den Knien sind bleibende Erinnerungen nach zwei Stürzen in Schlaglöchern, die bei Dunkelheit und Regen zu spät erkannt wurden. Die zerfetzte Hose war schnell ersetzt, aber die tiefen Wunden mussten heilen. Ein Bauzaun, der zwei Drittel des Fußgängerweges versperrt, und dies seit etlichen Monaten, ist ein zusätzliches Gefahrenpotential und das wegen einigen Bauteilen, die wahrscheinlich auch woanders Platz hätten. Mit einer Abdeckplane wäre es womöglich einfacher gelöst. Eine Mutter mit Zwillingskinderwagen hat hier mit Sicherheit Schwierigkeiten vorbei zu kommen.
Ein weiteres Nadelöhr ist bekanntermaßen die Bachstraße, die zwar als Einbahnstraße ausgeschildert ist, aber so schmal und aus Platzgründen nur mit einer wenige Zentimeter breiten Markierung für Radfahrer oder Fußgänger. Trotz alledem, wer hier aus Richtung Fachmarktzentrum kommt, sollte lieber vom Rad steigen, denn neben einem herannahenden Auto bleibt kaum noch Platz.
Mit der zusätzlichen Aufmerksamkeit für die Radfahrer hat die Stadt mit Sicherheit einen Schritt in die richtige Richtung gemacht, aber es sind zusätzliche Maßnahmen dringend erforderlich. Vielleicht hilft eine Begehung der verantwortlichen Teams. Dann sollte zeitnah eine Umsetzung erfolgen, damit der Ruf der Stadt sich noch weiter bessert. „Die Lebensqualität ist hier gut“, so ein Westerwälder, der aus beruflichen Gründen in Köln und Frankfurt gewohnt hat. Abgesehen davon, dass die Wäller ein ehrliches Völkchen von Arbeitern sind. Wie heißt es so schön aus dem Munde vom Prinz von Oranien: „Ein Wäller ist soviel wert wie zwei andere Deutsche. (Werner Klak)




























