ALTENKIRCHEN-EITORF – „Wie krank ist unser Krankheitssystem?“
ALTENKIRCHEN-EITORF – „Wie krank ist unser Krankheitssystem?“
„Wie krank ist unser Krankheitssystem?“ Diese Frage musste sich kürzlich ein Leser unserer Zeitung stellen, der sich im vergangenen Jahr einer Bauchnabelbruchoperation im Krankenhaus Sankt Franziskus in Eitorf unterzogen hatte.
Im Vorgespräch mit dem leitenden Oberarzt wurde vereinbart, dass die OP stationär erfolgt, heißt um 7 Uhr antreten, um 9:30 Uhr in den Operationssaal und um 10:15 Uhr Erwachen aus der Narkose. Der eigentliche Eingriff dauere 10 Minuten, so der Oberarzt im Vorgespräch.
Es hat alles super funktioniert, der Patient war zufrieden und hat sich zwei Tage später beim Personal mit einem Pfund Kaffee bedankt. Drei Tage später kam eine Rechnung, die ihn fast vom Stuhl gehauen hätte. Über 1.850 Euro! Da die private Krankenkasse nur rund 398 Euro monatlich kassiert und das seit über 40 Jahren, muss der Patient im Jahr erst einmal 2.000 Euro selbst bezahlen, bevor die Kasse leistet. Es ist ja eine Solidargemeinschaft, wurde ihm erklärt, heißt, die gesunden Menschen zahlen für die Kranken, so der Klartext.
Was tun? Erstmal nicht zahlen, dann eine Anzahlung, weil sonst ein Pfändungsbeschluss droht. Durch Zufall erfährt der Patient, dass drei Tage und Nächte abgerechnet wurden. Der Tagessatz liegt bei rund 650 Euro. Und nun? Der Patient zahlt, damit er seine Ruhe hat. Aber trotzdem lässt es ihm keine Ruhe und somit meldet er sich einige Zeit später beim Entscheidungsträger des Krankenhauses, der ihm eiskalt erklärt, es sei eine Hybrid-Behandlung gewesen und die koste soviel. Tatsache, es wurden drei Tage und Nächte abgerechnet, was „rechtens“ sei, so die arrogant anmutende Aussage. Ein Freund des Patienten hat die gleiche OP ambulant im Krankenhaus Kirchen machen lassen und 650 Euro gezahlt. Dies interessiert den Manager des Krankenhauses in Eitorf nicht. Es sei bestimmt eine andere OP gewesen. „Wie kommt er auf dieses schmale Brett?“, will der Leser unserer Zeitung wissen.
Tatsache ist, dass mit solchen Machenschaften Schluss sein muss. Es geht nicht an, dass Patienten derart über den Tisch gezogen werden. Auf die Frage im Vorgespräch, was die OP koste, bekam er keine Antwort. Warum? Weil, wenn er diesen Preis gewusst hätte, hätte er auf die OP verzichtet, denn der Bauchnabelbruch war 10 Jahre alt und hatte keine Probleme gemacht. Es sah nur optisch nicht schön aus. Aber der leitende Oberarzt konnte gut Angst machen. „Machen Sie die OP unbedingt, sonst laufen Sie Gefahr, eine Darmverschlingung zu bekommen und dann will Sie hier niemand sehen“, so der Originalton.
Es mache keinen Sinn sich im Nachhinein darüber aufzuregen, so ein Beobachter. Selbst die Androhung von einem Anwalt oder eine Pressemitteilung lässt den Manager kalt. Immerhin verfügen Krankenhäuser über Topanwälte, die gut bezahlt werden und alles ausfechten, so dass der Patient am Schluss doch mit leeren Händen da steht 😩. (Werner Klak)





















