HÖCHSTENBACH-ALTENKIRCHEN – Bernd Sanner, aus Berufung Imker

HÖCHSTENBACH-ALTENKIRCHEN – Bernd Sanner, aus Berufung Imker

Honig ist ein bewährtes natürliches Heilmittel mit entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften. So steht es in den Lehrbüchern der Naturheilkunde. Bernd Sanner aus Höchstenbach, einer Gemeinde im Westerwaldkreis mit 724 Einwohnern, praktiziert die Berufung als Imker seit Jahrzehnten und ist donnerstags vormittags auf dem Wochenmarkt in der Kreisstadt vertreten.

„Was macht den Konsum von Honig so einzigartig?“, wollten wir von dem gelernten Metzger, der diesen Beruf 50 Jahre bei der Firma Hermes ausgeübt hat, wissen. Die Antwort sei vielseitig, so Sanner. Honig ist wohlschmeckend, hat keine Nebenwirkungen, verdirbt nicht und ist günstig zu erwerben. Zu Neudeutsch, Honig gehört in die Kategorie der sogenannten Superfoods.

Neben seinem eigentlichen Beruf, für den er regelmäßig um drei Uhr morgens aufgestanden ist, hat er die Imkerei als Hobby gepflegt. Seine Gattin Ilona hat bis vergangenes Jahr regelmäßig Märkte mit Lederwaren bestückt. Beim nächsten Simon-Juda-Markt, am Freitag, 30. Oktober in Altenkirchen, hat sie geplant, Restbestände am Marktplatz zu veräußern. Verkauf ist ihr Leben und handwerklich hat sie auch so einiges drauf. Der Simon-Juda-Markt war für sie traditionell immer ein guter Markttag. Gelernt hat sie das Handwerk der Lederverarbeitung bei der Firma Leonhard Heyden in Hachenburg, ein Traditionsunternehmen, das 1891 gegründet wurde. Ilona Sanner hat ganz einfach die Geduld, Menschen etwas zu erklären und beizubringen. Das hat sie mit ihrem Bernd gemeinsam und dafür wird sie in der Firma nach wie vor sehr geschätzt. So ist man zusätzlich immer unter Leuten und die Zeit geht sinnvoll rum. Zu Hause nur rumsitzen, sei keine Option, erklären beide übereinstimmend.

Das Hobby des Imkerns hat Bernd Sanner 1992 begonnen. Er feiert also im kommenden Jahr 35 Jahre Arbeiten mit Bienenvölkern. Im Sortiment hat er den hellen Honig aus dem ersten Schleuderraps sowie die dunklen Sorten aus der Sommertracht. Sanner hat sieben Bienenvölker. Der Ertrag im vergangenen Jahr sei gut gewesen, freut er sich. Von einem Volk könne man einen Ertrag von gut 30 Kilo des „goldenen Saftes“ in einer Saison ernten, fügte er hinzu. In diesem Jahr ist er mit dem bisherigen Ertrag zufrieden.

„Welche sonstigen Eigenschaften hat der Honig sonst noch?“, wollten wir von dem ehemaligen Metzgermeister wissen. Durch den niedrigen pH-Wert, der nur bei 3,2 bis 4,5 liegt, wird Bakterien die Lebensgrundlage entzogen und macht den Honig somit bei ordentlicher Lagerung nahezu unbegrenzt haltbar. Er besteht zu rund 80 Prozent aus Zucker, vornehmlich Frucht- und Traubenzucker, also nicht der raffinierte Zucker, der im Übermaß Diabetes verursacht. Mit Honig werden nahezu alle Kinder groß, freut sich Sanner, natürlich auch sein Sohn. Die restlichen 17 bis 20 Prozent sind Wasser, angereichert mit Vitaminen, Aminosäuren, Enzymen und Mineralstoffen.

Honig darf auch bei Fastenkuren verabreicht werden und unterbricht somit nicht den Prozess der Nahrungsabstinenz, die üblicherweise in den 40 Tagen vor Ostern von Heilpraktikern empfohlen wird zur Reinigung des Körpers. Gemacht werden sollte es für einen Zeitraum von fünf bis sieben Tagen, wobei in dieser Zeit zwei bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit in Form von stillem Wasser, Tee und mineralischen Getränken verabreicht werden. Tägliches Spaziergehen sowie Yoga können diese Tage zu einem besonderen Erlebnis machen, erklärt einer unserer Mitarbeiter, der dieses Erlebnis seit Jahrzehnten zelebriert und darauf nicht mehr verzichten möchte, weil er merkt, dass es gut tut. Einen Arzt braucht er nicht in Anspruch zu nehmen.

Ist Honig einmal fest geworden, wird er im lauwarmen Wasserbad wieder flüssig, ohne dass die Enzyme zerstört werden. Das Angebot des Höchstenbachers reicht von mildem Blütenhonig bis hin zu kräftigem Waldhonig. Es kommen auch Kunden, die nach Bienenwachs fragen, um beispielsweise Teersalbe selbst herzustellen. Er hat es zwar nicht im Marktangebot, bringt es aber am kommenden Donnerstag mit. Geld verlangt er hierfür nicht, bekommt dann aber von dem Kunden ein Glas Salbe versprochen. So funktioniert Markt in Altenkirchen, vielleicht so wie 1314, als Altenkirchen die Stadtrechte bekam. (Werner Klak)

Beitrag teilen