RHEINLAND-PFALZ – Endometriose-Diagnosen legen kräftig zu
RHEINLAND-PFALZ – Endometriose-Diagnosen legen kräftig zu – Die Zahl der Frauen mit Endometriose-Diagnose ist in Rheinland-Pfalz innerhalb von 20 Jahren um 82 Prozent gestiegen. Die Zahl der rheinland-pfälzischen Endometriose-Betroffenen lag im Jahr 2024 bei 22.500. Endometriose kommt bei rheinland-pfälzischen Frauen am häufigsten im Alter von 35 bis 39 Jahren vor.
Die Zahl der Frauen in Rheinland-Pfalz mit der Diagnose Endometriose ist kräftig gestiegen. Das zeigt der BARMER-Arztreport. Demnach wuchs die Zahl der Betroffenen in dem Bundesland von 595 je 100.000 Frauen im Jahr 2005 auf 1.080 je 100.000 Frauen im Jahr 2024. Das entspricht einer Zunahme von 82 Prozent. Die Zahl der rheinland-pfälzischen Betroffenen dürfte nach Hochrechnungen der gesetzlichen Krankenkasse im Jahr 2024 bei 22.500 gelegen haben nach 12.300 im Jahr 2005. „Endometriose ist eine chronische, meist schmerzhafte Erkrankung, bei der außerhalb der Gebärmutterhöhle Gewebe wächst, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt. Endometriose ist viel stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen, wodurch die Diagnose öfter gestellt wird und für betroffene Frauen Jahre der Ungewissheit entfallen“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Für Frauen mit Endometriose sei eine passgenaue und langfristige Therapie wichtig, die sich stets an den individuellen Umständen orientiere.
Rheinland-Pfalz: Endometriose meist im Alter von 35 bis 39 Jahren
Laut Arztreport kommt Endometriose bei rheinland-pfälzischen Frauen am häufigsten im Alter von 35 bis 39 Jahren vor. In dieser Altersgruppe war im Jahr 2024 eine von 29 Frauen in Rheinland-Pfalz von der Erkrankung betroffen (3,5 Prozent). Über alle Altersgruppen hinweg wies im Jahr 2024 Berlin den Höchstwert bei der Diagnose Endometriose auf. Hier kamen auf 100.000 Frauen 1.618 Betroffene. In Thüringen kamen dagegen im gleichen Jahr auf 100.000 Frauen nur 939 Frauen mit Endometriose-Diagnose, was der niedrigste Wert im Vergleich aller Bundesländer war. Der Bundesdurchschnitt lag im Jahr 2024 mit 1.212 Betroffenen je 100.000 Frauen leicht über dem Wert von Rheinland-Pfalz. „Die Folgen einer Endometriose reichen von Blutungen außerhalb der Gebärmutter, Entzündungsreaktionen und Schmerzen im Unterbauch bis hin zu chronischen Schmerzen und einer verminderten Fruchtbarkeit. Die Therapie von Endometriose muss nicht nur die Symptome im Blick behalten, sondern auch mögliche Organschäden etwa am Darm oder den Kinderwunsch betroffener Frauen“, fordert Kleis. Ziel müsse sein, die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern.
Jüngst weniger Erst-Diagnosen als erwartet in Rheinland-Pfalz
Auffallend ist, dass die Zahl der Erst-Diagnosen bei Endometriose in einigen Bundesländern jüngst überraschend hoch war. So ist die Erkrankung zum Beispiel im Saarland in den Jahren 2022 bis 2024 laut Arztreport 20 Prozent häufiger erstmals diagnostiziert worden, als aufgrund der Altersstruktur der saarländischen Frauen zu erwarten war. In Rheinland-Pfalz lag dagegen die Zahl der Endometriose-Diagnosen im gleichen Zeitraum vier Prozent unter dem altersstrukturbedingten Erwartungswert. „Laut der im vergangenen Jahr aktualisierten medizinischen Leitlinie zur Diagnostik und Behandlung von Endometriose liegt in der Diagnostik nun ein größerer Schwerpunkt auf bildgebenden Verfahren anstatt auf der Gewebeentnahme per Bauchspiegelung, die zuvor hauptsächlich erfolgte. Zudem werden bei der Planung der Behandlung psychosoziale Aspekte und eine multimodale Schmerztherapie stärker als bisher berücksichtigt“, berichtet Kleis. Der multimodale Behandlungsansatz, der bei Bedarf mehrere medizinische Fachrichtungen einbeziehe, sei bei Endometriose-Patientinnen besonders wichtig, denn betroffenen Frauen hätten deutlich öfter Begleiterkrankungen als in ihrem Alter üblich.




















