KREIS ALTENKIRCHEN – Bejagung des Waschbären bleibt Daueraufgabe

KREIS ALTENKIRCHEN – Bejagung des Waschbären bleibt Daueraufgabe – Kreis hat weitere elektronische Fallenmelder an Jägerschaft ausgegeben

Es ist eine Steigerung, die man ansonsten vielleicht nur noch auf dem Aktienmarkt bei Unternehmen wie NVIDIA oder Tesla findet: plus 3600 Prozent! Was den Börsianer in Frankfurt freut, ist im Landkreis Altenkirchen ein ernsthaftes Problem: Denn um eben diese prozentuale Quote ist in den vergangenen zehn Jahren die Jagdstrecke bei den Waschbären nach oben geschnellt: von 27 Stück im Jagdjahr 2015/16 (Erstnachweis) über 435 (2023/24) auf aktuell 999 (2025/26). „Das zeigt leider sehr eindrucksvoll, wie sehr sich der invasive Räuber inzwischen auch bei uns ausgebreitet hat“, so Christian Heidtmann von der Unteren Naturschutzbehörde.

Die Kreisverwaltung Altenkirchen unterstützt dabei die heimische Jägerschaft seit geraumer Zeit in ihrem Kampf gegen den Waschbären, der nicht nur für Chaos auf Dachböden sorgt und Mülltonnen plündert, sondern vor allem eine massive Bedrohung für die heimische Tierwelt darstellt. Dieser Tage wurden erneut zehn elektronische Fallenmelder an Jägerinnen und Jäger ausgegeben. An Lebendfallen angebracht, übermitteln sie in Echtzeit den Status aufs Smartphone, damit schnell reagiert werden kann.

Insgesamt sind nach Angaben von Heidtmann in den vergangenen drei Jahren 20 Fallen und 40 Fallenmelder seitens des Kreises ausgegeben worden. Bei der Auswahl der teilnehmenden Reviere standen naturschutz- und artenschutzfachliche Kriterien im Vordergrund. „Wir haben uns über jede einzelne Anfrage bzw. Bewerbung gefreut. So wird nicht nur der Bedarf deutlich, vielmehr ist es ein Beleg dafür, dass die Jägerschaft im Kreis ihrer Verpflichtung nachkommt“, betont der Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde.

Die Fallen haben dabei einen nicht unerheblichen Anteil am Erfolg: Von den 999 Waschbären im letzten Jagdjahr wurden 128 mithilfe der zur Verfügung gestellten Ausrüstung erlegt (12,81 Prozent).  Das freilich ändert nichts an der Tatsache, dass die Problematik insbesondere im befriedeten Bereich – wo die Eingriffsmöglichkeiten von Jägern aufgrund der Gesetzeslage begrenzt sind – stark gestiegen ist. Daher ergeht an dieser Stelle nochmals der dringende Appell, dass eine Fütterung der Tiere dringend zu unterlassen ist und auch Katzenfutter oder die Mülltonne vor dem Zugriff der Kleinbären gesichert sein sollte. Foto: Theis

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