ALTENKIRCHEN – Grüne Kulisse für das „Grüne Abitur“ – Besondere Ehrung für Prüfer Rolf Birkenbeul

ALTENKIRCHEN – Grüne Kulisse für das „Grüne Abitur“ – Besondere Ehrung für Prüfer Rolf Birkenbeul

Endlich stimmt auch die Farbe: Statt vor der ockerfarbenen Kulisse des alten Tennenplatzes konnten die diesjährigen Jägerbriefe im Kreis Altenkirchen am Donnerstag in einem komplett grünen Umfeld übergeben werden – dem neuen Kunstrasenfeld in Bitzen sei Dank. So hat das „Grüne Abitur“ endgültig seinen würdigen Rahmen gefunden.

Kreisjagdmeister Jörg Wirths und Landrat Dr. Peter Enders übergaben diesmal die Zeugnisse an 25 Jungjägerinnen und Jungjägern, denen sowohl die Freude als auch die Erleichterung ins Gesicht geschrieben stand. Schließlich lagen Monate harter Arbeit in der Ausbildung hinter ihnen. Nach dem regelmäßigen Unterricht, dem Übungsschießen und der Hilfe bei Revier- und Hegemaßnahmen stand wie immer die dreiteilige Prüfung an: Auf das jagdliche Schießen folgten die schriftliche und schließlich die mündlich-praktische Prüfung.

Kreisjagdmeister Wirths gab auch direkt die neue „Machrichtung“ vor: „Jetzt geht es darum, Erfahrungen zu sammeln“, rief er zum Einsatz in der Praxis auf und ermunterte die Absolventen zugleich, sich einem Hegering anzuschließen: „Dort werden sie mit offenen Armen empfangen.“ Oberstes Gebot für eine Jägerin bzw. einen Jäger bleibe das waidgerechte, das anständige Verhalten gegenüber Mensch und Tier. Den Gedanken griff später auch Dr. Heiner Nöllgen als Vorsitzender der Kreisgruppe des Landesjagdverbands auf: „Den Schöpfer im Geschöpfe ehren“, zitierte er das berühmte Gedicht von Riesenthal: „Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Wirths ging aber auch auf neue Herausforderungen ein: So stünde auch die Jägerschaft durch den Klimawandel vor einem Neuanfang im Wald. Aber auch der zunehmenden Ausbreitung von Raubtieren wie dem Wäschbar müsse man sich entgegenstellen.

„Ich weiß das das sehr zu schätzen, was sie auf sich genommen haben“, würdigte Landat Enders die Leistungen der Jungjäger. Es verdiene hohen Respekt, noch einmal die Schulbank zu drücken, um sich ein immenses Wissen anzueignen. Prüfungsbeste (Note: 1,25) waren Alexander Belz und Marcel Gümpel. Der Dank des Landrats galt zugleich allen Ausbildern und Prüfern. Seitens der Kreisverwaltung wird das „Grüne Abitur“ seit vielen Jahren von Sabine Eichelhardt begleitet.

In diesem Jahr ging es bei der von den Jagdhornbläsern des Hegerings Altenkirchen musikalisch gestalteten Feierstunde aber nicht nur um die Jägerbriefe: Mit Rolf Birkenbeul wurde an diesem Abend ein Mann geehrt, der sich in herausragender Weise um das Jagdwesen im Kreis Altenkirchen verdient gemacht hat. Der Ingelbacher ist seit 40 Jahre im Prüfungsausschuss tätig (Fach Jagdbetrieb einschl. jagdliches, Land- und Waldbau, Führung von Jagdhunden) und hat mit seiner ruhigen und sachlichen Art ganze Generationen zum Jägerbrief geführt. Seit 54 Jahren ist Birkenbeul Mitglied im Landesjagdverband, seit 50 Jahren gehört er dem Jagdgebrauchshunde Verein Westerwald an (davon 20 Jahre im Vorstand). Von Landrat Enders erhielt der 76-Jährige die Wilhelm-von-Boden-Medaille, von Nöllgen gab es die LJV/DJV-Verdienstnadel in Bronze mit Ehrenurkunde.

Die erfolgreichen Absolventen im Überblick: Clemens Sebastian Bart (Waldbröl), Alexander Belz (Alsdorf),  Ante Beneta (Morsbach), Daniel Bröcker (Niederwambach), Nina Caprice Dornhoff (Seelbach),  Michael Frank (Reichshof),  Waram Wardan Gevorkian (Betzdorf), Marcel Gümpel (Forst), Andreas Hampel (Waldbröl), Jörg-Peter Helmes (Scheuerfeld), Dirk Kekez (Birken-Honigsessen),  Holger Köhler (Niederfischbach), Andreas Kromm (Herdorf),  Fabian Kuster (Winkelbach), Michaela Mück (Pleckhausen), Stephan Müller (Berod), Moritz Müße (Waldbröl), Sven Ohrndorf (Niederfischbach),  René Schick (Steimel), Tim Seewald (Waldbröl), Guido Dieter Steinhauf (Windeck),  Nico Thiessen (Hamm/Sieg), Timo Weidenbrücher (Reichshof) und Simon Zemelka (Seelbach ). Fotos: Kreisverwaltung / Thorsten Stahl

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