RHEINLAND-PFALZ – Sozialministerin Schall übergibt Förderbescheid: Landauer Housing First-Projekt wird bis Ende 2027 fortgeführt
RHEINLAND-PFALZ – Sozialministerin Schall übergibt Förderbescheid: Landauer Housing First-Projekt wird bis Ende 2027 fortgeführt
Sozialministerin Dörte Schall hat dem Caritasverband für die Diözese Speyer e. V. in Landau den Bewilligungsbescheid zur Fortführung des Modellprojekts „Housing First“ übergeben. Das Land Rheinland-Pfalz fördert das Projekt in der Stadt Landau für den Zeitraum vom 15. April 2026 bis zum 31. Dezember 2027 mit rund 200.000 Euro. Mit der Förderung wird die erfolgreiche Arbeit des Caritas-Zentrums Landau und die Unterstützung wohnungsloser Menschen vor Ort weiter fortgesetzt.
„Housing First setzt dort an, wo Hilfe besonders dringend gebraucht wird: bei Menschen, die über lange Zeit wohnungslos waren und häufig mit mehreren Belastungen zugleich leben. Die Erfahrungen in Landau zeigen, dass dieser Ansatz wirksam ist. Eine eigene Wohnung schafft Sicherheit, Stabilität und neue Perspektiven. Genau diese gute Arbeit vor Ort sichern wir mit der Fortführung der Landesförderung“, erklärte Sozialministerin Dörte Schall bei der Übergabe des Förderbescheids.
Das Housing First-Projekt der Caritas in Landau gehört zu den ersten Modellprojekten dieser Art in Rheinland-Pfalz. Es wird seit 2023 erprobt und nun bis Ende 2027 weitergeführt. Die Mitarbeitenden begleiten die Teilnehmenden aufsuchend, kontinuierlich und bedarfsorientiert. Sie unterstützen unter anderem bei Fragen rund um die neue Wohnsituation, bei gesundheitlichen oder sozialen Schwierigkeiten sowie bei der Bewältigung des Alltags.
„Ich danke den Mitarbeitenden der Caritas in Landau ausdrücklich für ihre engagierte und verlässliche Arbeit. Housing First lebt davon, dass Menschen nicht nur eine Wohnung erhalten, sondern auch dann Unterstützung finden, wenn der Alltag schwierig wird. Diese Verbindung aus Wohnraum und freiwilliger Begleitung ist der Kern des Erfolgs“, so die Sozialministerin weiter.
Der Housing-First-Ansatz stellt die Vermittlung einer eigenen und dauerhaft gesicherten Wohnung an den Beginn des Hilfeprozesses. Damit unterscheidet er sich vom klassischen Stufenmodell der Wohnungslosenhilfe, bei dem Menschen häufig zunächst Notunterkünfte oder betreute Wohnformen durchlaufen, bevor eine eigene Wohnung in Betracht kommt. Bei Housing First erhalten Betroffene möglichst niedrigschwellig Zugang zu eigenem Wohnraum. Eine Therapie oder Abstinenz ist keine Voraussetzung. Weitere Hilfen werden angeboten, ihre Inanspruchnahme bleibt freiwillig.
Seit 2023 erprobt Rheinland-Pfalz den Housing-First-Ansatz modellhaft als ergänzenden Baustein der Wohnungslosenhilfe. Gestartet ist die Landesförderung zunächst mit Projekten in Landau, Koblenz und im Westerwaldkreis; hinzugekommen sind inzwischen weitere Standorte in Neuwied und Zweibrücken. Insgesamt fördert das Ministerium für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung die Vorhaben mit rund 500.000 Euro jährlich.















