ALTENKIRCHEN – Gastfreundschaft mit Offenheit und Toleranz – Muslime und Aktion neue Nachbarn luden zum Fastenbrechen ein
ALTENKIRCHEN – Gastfreundschaft mit Offenheit und Toleranz – Muslime und Aktion neue Nachbarn luden zum Fastenbrechen ein
„Noch vor vier Jahren hatte ich mir nicht vorstellen können, eine muslimische Tradition unter einem christlichen Dach erleben zu können.“ Oguz Alkan, der gemeinsam mit seiner Frau und zahlreichen weiteren Familien ein festliches Mahl zum traditionellen Fastenbrechen im Ramadan ausgerichtet hatte, begrüßte mit viel Wärme seine Gäste muslimischen und christlichen Glaubens. Gemeinsam mit Stephanie Neuhaus von der „Aktion Neue Nachbarn“ im Caritasverband Rhein-Sieg, hatte er die Einladung in das Altenkirchener Gemeindehaus ausgesprochen.
Gemeinsam, so Alkan, wolle man bei diesem Anlass Werte wie Toleranz und Offenheit aufleben lassen, so wie er das bereits zur Premiere dieses interreligiösen Fastenbrechens in Altenkirchen vor drei Jahren erlebt hatte: „Ich hatte einen Tisch vorgefunden, der mit Respekt und Akzeptanz gedeckt war.“ Und so hatte seine Gemeinschaft dieses neuerliche Fastenbrechen unter das Motto: „Gemeinsam die Nächstenliebe aufblühen lassen“ gestellt.
Mit überwältigender Gastfreundschaft empfingen die türkischen Organisatorinnen und Organisatoren ihre nicht-muslimischen Gäste. Viele von ihnen, darunter auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen Flammersfeld Fred Jüngerich mit einem Team aus der Verwaltung, erlebten diesen Iftar, das Fastenbrechen zum ersten Mal.
„Integration kann man nicht punktuell betreiben, sondern muss immer wieder daran arbeiten“, berichtete der Bürgermeister aus seiner Erfahrung auch als früherer Sozialamtsleiter. Er bedankte sich deshalb sehr für diese Einladung. Eine Möglichkeit, einen Dialog zu führen, gerne auch Fragen zu stellen. Dazu lud Stephanie Neuhaus die Anwesenden ausdrücklich ein. Darunter zahlreiche Ehrenamtliche, die sich rund ums Jahr in Sprach- und Konversationskursen, in Back- und Kochtreffs für ein gutes Miteinander und einen kulturellen Austausch einsetzen.
Doch auch für viele von ihnen war dieses Erlebnis ein neues. Die steigende Spannung vor dem Einbruch der Abenddämmerung, die frohe Erwartung auf die gemeinsame fröhliche Mahlzeit.
Mehmet Ücok, Vorsitzender des Kunst- und Bildungsforums Bonn-Rhein-Sieg hatte an diesem besonderen Abend den islamischen Gebetsruf Ezan übernommen, der das Ende des Fastentages zwischen Morgengrauen und Sonnenuntergang und damit den Beginn des Essens markiert.
Neun Frauen hatten für die große Festgemeinschaft gekocht und warteten mit einem überbordenden, bunten, duftenden Buffet auf. „Diese Gastfreundschaft macht mich immer wieder sprachlos“, mit diesen Worten überreichte Stephanie Neuhaus von der Aktion Neue Nachbarn Blumen. „Ich bin sehr froh um diese Offenheit beider Gruppen, die diesen Austausch als Bereicherung wahrnehmen.“ Ihrem Dank schlossen sich die Gäste an. „Es war ein tolles Erlebnis“, sprachen viele von ihnen noch einmal in das herumgereichte Mikrofon. Umgekehrt betonte Organisator Alkan: „Was die Aktion Neue Nachbarn macht, ist wertvoll für unsere Gemeinschaft.“
Foto: Stephanie Neuhaus, Aktion Neue Nachbarn im Caritasverband Rhein-Sieg mit Oguz Alkan
















