FLAMMERSFELD – Podiumsdiskussion in Flammersfeld

FLAMMERSFELD – Podiumsdiskussion in Flammersfeld

Die Initiative „Runder Tisch Inklusion“ lud zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Teilhabe und Gleichstellung“ nach Flammersfeld ein. Der „Runde Tisch Inklusion“ trifft sich seit zweieinhalb Jahren regelmäßig. Ziel der Initiative ist es, das Miteinander in Flammersfeld zu fördern und möglichst viele Barrieren abzubauen.

Beim letzten Treffen des „Runden Tisches“ fiel auf, dass politische Bildung mit vielen Barrieren besetzt ist. Komplexe Themen, viele verschiedenen Parteien, sehr schwere Sprache, aber auch, dass Politik weit weg in Mainz und Berlin gemacht wird.

„Mit der Podiumsdiskussion direkt vor Ort wollen wir Politik und ihre Vertreter greifbar machen. Wir bieten Informationen über Inklusion, Politik und Parteien in einfacher Sprache an. Wir schaffen die Möglichkeit eigene Themen und Fragen mitzubringen und achten darauf, dass die Antworten verständlich bleiben.“, erklärt die Organisatorin Judith Gondorf.

Der Erfolg gibt der Initiative Recht. Mit über 50 Gästen, fünf Politikern und der Betroffenenvertretung war der Gemeindesaal der evangelischen Kirche voll.  Nachdem die Politiker sich und ihre Parteien vorgestellt hatten, übergab der Moderator Frank Vogler vom SoVD dem Publikum das Wort.

In der folgenden Stunde wurden praktisch alle Bereiche des täglichen Lebens diskutiert. „Schule und Bildung, ÖPNV, der Arbeits- und der Wohnungsmarkt – Inklusion ist kein einzelnes Thema. Teilhabe bedeutet an allen Bereichen des Lebens teilhaben zu können.“, unterstreicht Anette Hoffmann-Kuhnt, die als Betroffenenvertretung anwesend war.

Schnell wurde klar, die demokratischen Parteien stehen allesamt fest hinter der UN-Behindertenrechtskonvention, bei den Plänen zur Umsetzung gibt es aber deutliche Unterschiede.

Der Ansatz, zunächst bestehende Strukturen zu stärken und Inklusion erst danach anzugehen, stieß beim Publikum auf deutliche Ablehnung. Das Argument, Inklusion sei zu teuer, wurde klar widerlegt: Wer Menschen ausschließt, weil passende Strukturen fehlen, zwingt sie oft in teure Sonderlösungen. Inklusion von Anfang an mitzudenken ist günstiger – und fairer.

Eine überwältigende Mehrheit sprach sich dafür aus, Inklusion von Anfang an in alle Planungen einzubeziehen – und zwar gemeinsam mit Betroffenen, denn Beispiele für Fehlplanungen vom Schreibtisch aus gab es genug. Neben vielen Anregungen nahmen die Politiker vor allem diesen Punkt mit: Wir müssen den Betroffenen viel besser zuhören und sie aktiv an Entscheidungen beteiligen.

Und nach dem Podium fingen sie direkt damit an und nutzten die Gelegenheit, sich mit den Gästen der Diskussion noch weiter auszutauschen. „Die große Beteiligung und der Veränderungswille, den wir heute sehen konnten zeigt deutlich, wie groß der Bedarf an mehr Sichtbarkeit für das Thema Inklusion ist.“, zeigte sich Erika Alsbach, Mitbegründerin des „Runden Tisches“, zufrieden.

Wie es weiter geht, wird sich nach der Landtagswahl zeigen. „Wir hoffen, mit der Podiumsdiskussion einen kleinen Beitrag zu mehr Stimmen für Inklusion und gegen Ausgrenzung geleistet zu haben.“, meint die Organisatorin zuversichtlich.

Und der Runde Tisch macht weiter. Am 5.5.2026 wird in Flammersfeld erneut der „Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ stattfinden. Wer sich dem Runden Tisch anschließen möchte, ist herzlich eingeladen sich im G.R.I.P.S-Büro zu melden. Kontakt: info@grips-raum.de

Foto: Auf dem Podium von links: Anette Hoffmann-Kuhnt (EUTB), Katja Bühring (VOLT), Claudius Spahr (Die Linke), Lisett Stuppy (Bündnis90/die Grünen), Michael Wäschenbach (CDU), Moderator Frank Vogler (SoVD) Am Mikrofon: Erika Alsbach (Runder Tisch Inklusion)

Beitrag teilen