Tempo der Energiewende muss um den Faktor 5 gesteigert werden

Wirtschaft Kongress2016_Griese-kleinRLP – Jahreskongress der Landesenergieagentur: Tempo der Energiewende muss um den Faktor 5 gesteigert werden – Bis zum Jahr 2040 muss Deutschland nach den Worten von Prof. Dr. Volker Quaschning, Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, die erwartete Verdoppelung des Strombedarfs vollständig aus erneuerbaren Energien decken. Der Wissenschaftler plädierte anlässlich des Jahreskongresses der Energieagentur Rheinland-Pfalz vor über 100 Teilnehmern eindringlich dafür, das Tempo der Energiewende um den Faktor 4 bis 5 zu steigern. Nur so könnten die Pariser Klimaziele umgesetzt werden. Die Beschlüsse sehen eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius vor. – Wirtschaft Kongress2016_Pensel_kleinQuaschning machte deutlich, dass  ein entsprechender Technologiewechsel innerhalb von zehn Jahren finanzierbar sei, wenn dazu der politische Wille bestehe: „Wenn wir den gleichen Betrag, den wir in den vergangenen zehn Jahren in unsere Mobilfunknetze investiert haben, in den Klimaschutz stecken, kann Deutschland seinen Beitrag zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs erfüllen“, sagte Quaschning. Gleichzeitig kritisierte er, dass mit den geringen Zubaukorridoren des Erneuerbare-Energien-Gesetzes das Einhalten der Pariser-Klimaziele praktisch unmöglich sei. „Mit dem EEG 2016 hat die Bundesregierung den Klimaschutz und die Förderung von Zukunftstechnologien aufgegeben“, kritisierte Quaschning.

Es sei vielmehr nötig, jetzt eine Reihe von Maßnahmen einzuleiten. So müsse etwa die Gebäudesanierungsrate auf 3 Prozent pro Jahr erhöht werden, außerdem sollte in der Wärmeversorgung ein zeitnaher Umstieg von Öl- und Gasheizungen auf Wärmepumpen erfolgen. Bis zum Jahr 2040 müsse der Verkehrssektor nahezu vollständig elektrifiziert sein. Quaschning forderte weiterhin den Ausstieg aus der Nutzung der Braunkohle bis zum Jahr 2030, da sie für den Großteil der CO2-Emissionen aus der Energiewirtschaft verantwortlich sei. Den anwesenden Vertretern von Kommunen, Unternehmen, Verbänden und Institutionen empfahl Quaschning, die Energiewende selber in die Hand zu nehmen.

Der rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese unterstrich beim Jahreskongress die Rolle, die die Energieagentur bei diesem Vorhaben einnimmt: „Sie ist ein wichtiger Partner zum Gelingen der Energiewende in Rheinland-Pfalz“, so Griese. Er hob die Bedeutung einer Wärmewende hervor, dafür sei die Nutzung von Bioenergie als unverzichtbar. Bioenergie könne als Regelenergie die Schwankungen der Produktion von Strom aus Wind und Sonne ausgleichen und sei darüber hinaus speicherbar.

Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur Rheinland-Pfalz, betonte, dass auch kleine Beträge die Umsetzung der Energiewende in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr unterstützten. „Nicht immer ist Energieeffizienz sichtbar, aber jede noch so kleine Maßnahme leistet ihren Beitrag“. Die Energieagentur wolle Kommunen mit Veranstaltungen wie dem Jahreskongress gezielt Wege aufzeigen, wie die Energiewende vor Ort gelingen könne und gleichzeitig den „Prozess der Transformation unterstützen“. Fotos: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Sonja Schwarz

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