Revisionsarbeiten an der Koblenzer Seilbahn
KOBLENZ – Revisionsarbeiten an der Koblenzer Seilbahn – Tragseile werden verschoben – In diesem Jahr werden die Tragseile der Seilbahn Koblenzer Seilbahn erstmals um 16,5 Meter bzw. 19 Meter verschoben. Dies ist erforderlich, weil die Tragseile an den Auflagestellen in den Stationen (Seilsättel) und auf den Stützen höher beansprucht werden, als die Seilabschnitte auf der freien Strecke. Die Koblenzer Seilbahn ist eine 3-Seil-Bahn. Das 3-Seil-System besteht aus zwei fest verankerten Tragseilen und einen umlaufenden Zugseil. Jede Kabine ist mit zwei unabhängigen automatischen Kuppelklemmen mit dem Zugseil verbunden.
Die Tragseilenden der Seilbahn Koblenz sind in den Stationen auf vier Verankerungspollern abgespannt. In der Bergstation sind diese zusätzlich mit vier Seilhaspeln kombiniert, auf der die eine Seilreserve von rund 100 Meter gelagert wird. Revisionsarbeiten an der Seilbahn sind für den Technischen Betriebsleiter Peter Magnus und sein Team ganz normale Aufgaben, die zum täglichen Betrieb einer Seilbahn gehören. Während des gesamten Jahres werden unterschiedlichste Überprüfungen parallel zum laufenden Betrieb durchgeführt. Zu Beginn eines jeden Jahres steht die große Inspektion der gesamten Anlage inklusive der Seile an.
Die Tragseile stehen da besonders im Fokus. Das Tragseil der Koblenzer Seilbahn besteht aus 128 einzelnen Drahtelementen. In einem der Tragseile ist ein Lichtwellenleiter eingebaut. Er dient zur Datenübertragung und somit zu Steuerung von Teilen der Anlage. Im Frühjahr 2014 wurden die Tragseile auf den freien Strecken von dem Experten des Instituts für Fördertechnik (IFT) Stuttgart mit einem speziellen magnetinduktiven Verfahren geprüft. In diesem Jahr ist es zum ersten Mal, nach mehr als fünf Jahren Laufzeit der Koblenzer Seilbahn, erforderlich die Tragzeile zu verschieben. Zwei Gründe sind dafür relevant: die größere Abnutzung und Beanspruchung an den Auflageflächen und die erforderlich magnetinduktive Prüfung dieser Flächen.
Die Männer die in diesen Jahren in luftiger Höhe von bei eisigem Wind arbeiten sind allesamt Fachleute. Ein Team von Doppelmayr/Garaventa ist angereist, um die technische Durchführung des Seilzugs auszuführen. Die Zwischenaufhängungen (Seilreiter) müssen bei diesem Vorgang nicht entfernt werden, da die Seile einer Fahrbahn parallel verschoben werden. Die Seilreiter sind auf den Tragseilen aufgesetzt und verhindern, dass das Zugseil in den langen Spannfeldern durchhängt und dienen als Abstandshalter der Seile. Sowohl an der Talstation als auch an der Bergstation werden große Seilwinden aufgebaut. Die Seilwinden betätigen die Flaschenzüge zwischen den Stationen und den Klemmplatten, die an den Tragseilen in den Bereichen zwischen den Stationen und Stützen fixiert werden. Ist dies alles geschehen, kann der Seilzug des in der Bergstation bevorrateten Seils durchgeführt werden. Die Seilwinde in der Talstation zieht das Tragseil über den Rhein. Damit das alles in der gewünschten Geschwindigkeit abläuft hat die Seilwinde in der Bergstation die Funkten einer Bremse. Das Seil wird in der Bergstation von der Seilhaspel abgewickelt und in der Talstation wird es entsprechend gekürzt und am Seilpoller verankert.
Ist dieser Vorgang abgeschlossen kann die Magnetinduktive Prüfung durch die Experten des Instituts für Fördertechnik nun auch an den Seilstücken vorgenommen werden, die bisher nicht zugänglich waren. Sämtliche Arbeiten an der Seilbahnanlage werden von den technischen Mitarbeitern der Seilbahn Koblenz koordiniert und unterstützt. „Die 3-Seil-Bahnen sind sehr zuverlässig, denn sie zeichnen sich besonders durch ihre sehr hohe Windstabilität, den niedrigen Energieverbrauch und die Möglichkeit von langen Seilfeldern aus. Sie haben durch ihre spezielle Lagerung auf großen gefütterten Laufrollen einen besonders ruhigen Lauf und bieten somit optimalen Komfort für die Fahrgäste. Ständige Überprüfungen und große Revisionen aller Teile der Seilbahn gehören zum Standard, der eine optimale Sicherheit garantiert. Mein Team und ich freuen uns schon jetzt darauf in den nächsten Tagen den Betrieb der Seilbahn an dieser exponierten Lage zwischen der Koblenzer Altstadt und dem Festungsplateau wieder aufnehmen zu können. Wir sind gut gerüstet für die kommende Saison und begrüßen gerne wieder zahlreiche Stammgäste (Dauerkartenbesitzer) und die Besucher aus aller Welt“, sagt Peter Magnus, Technischer Betriebsleiter der Seilbahn Koblenz. Fotonachweis © Dietmar Guth