Nothilfe für Badakhshan in Afghanistan angekommen

Nothilfe Badkhshan-Abebarik 2 aKREIS NEUWIED – Nothilfe für Badakhshan in Afghanistan angekommen – Anfang Mai verwüstete ein Erdrutsch in der afghanischen Provinz Badachschan nahe Kunduz mehrere Dörfer und begrub unter sich 2.100 Menschen. Der gemeinnützige Afghanische Frauenverein (AFV), der seit 23 Jahren auch von Neuwied aus humanitär im Bildungs- und medizinischen Bereich in entlegenen Gebieten Afghanistans arbeitet, rief zu Spenden für die Nothilfe auf. 32.500 Euro kamen zusammen. Davon konnten Zelte und Lebensmittel für die Menschen in zwei Dörfern gekauft werden. Jetzt bedankten sich die Einwohner dafür bei den Lesern.

Nothilfe Badkhshan-Abebarik 2„Es war eine der schwierigsten Nothilfeaktionen, die wir bisher durchgeführt haben“, berichtet Rona Yussof-Mansury, AFV-Vorstandsmitglied aus Neuwied, die selbst immer wieder in Afghanistan vor Ort ist. Binnen weniger Minuten hatten bis zu zwei Meter hohe Schlammlawinen ganze Dörfer zerstört. Auch in dem in den Bergen gelegenen Dorf Afaqi war die Lage dramatisch. Die Lebensgrundlage der Menschen in einem der ärmsten Gebiete Afghanistans war zum größten Teil oder komplett vernichtet worden. Wo vorher Viehzucht betrieben werden konnte, war nun nur noch Schlamm. Die Menschen hatten weder etwas zu essen noch ein Dach über dem Kopf.

Ende Juni waren die Spenden direkt nach Afghanistan gelangt. Auf einem Markt in Kunduz kaufte ein AFV-Projektleiter selbst vor Ort Hilfsgüter ein und fuhr zu den betroffenen Dörfern. Das war jedoch leichter gesagt als getan. Insbesondere das abgelegene Dorf Afaqi war für die Helfenden schwer erreichbar. Die Hilfsgüter mussten von Lastwagen auf Esel verladen werden, um Afaqi über Bergpässe zu erreichen. Insgesamt wurden 3.400 Menschen mit Mehl, Reis, Zucker, Öl, Tee und Kochgeschirr, also dem Notwendigen, um zu überleben, erfolgreich versorgt werden.

Jetzt hat ein Brief der Dorfbewohner den AFV und dessen Schirmherr, den Schriftsteller Roger Willemsen, erreicht. „Wir bedanken uns von ganzem Herzen für Ihre Hilfe und hoffen, dass Sie uns in Zukunft weiter unterstützen“, schreiben die Bewohner, die mit ihren Fingerabdrücken unterzeichnet haben. „Die Not in der Region ist immer noch sehr groß und das wird sie noch eine Weile sein“, sagt Rona Yussof-Mansury. Auch sie möchte sich für die Hilfsbereitschaft der Leser in der Region und der anderen Spender bedanken. „Das ist sehr wichtig für die Menschen in Afghanistan, denn die Spenden, die auch tatsächlich zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommen, können viel bewirken.“

Weitere Informationen über den Afghanischen Frauenverein gibt es unter www.afghanischer-frauenverein.de Foto: Privat

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