KOBLENZ – Friedhelm Zöllner mit künstlerischem Erfolg auch in Koblenz

KOBLENZ – Skulpturenausstellung in der ADD-Schulaufsicht Koblenz – Friedhelm Zöllner mit künstlerischem Erfolg auch in Koblenz – In der Außenstelle Schulaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Koblenz, Ferdinand-Sauberbruch Str. 17 findet zurzeit ein Skulpturenausstellung statt. Friedhelm Zöllner, Bildhauender* aus dem Westerwald, zeigt eine Auswahl von 40 seiner Skulpturen – überwiegend aus verschiedenen Hölzern, aber auch aus Metall.

Zöllner war 16 Jahre als Schulaufsichtsbeamter in der damaligen Bezirksregierung und der ADD tätig, ehe er zur Qualitätsagentur Rheinland-Pfalz wechselte. Insofern kehrt er in veränderter Funktion an eine ehemalige Wirkungsstätte zurück. Als Maler und Bildhauender und als Vorsitzender des KUNSTFORUM WESTERWALD hat er sich inzwischen überregional einen Namen gemacht. So erfreut es die Leitende Regierungsschuldirektorin Gudrun Paul als Abteilungsleiterin der Außenstelle Schulaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Koblenz dass es gelingen konnte, Friedhelm Zöllner für eine Ausstellung zu gewinnen. In ihrer gewohnt launigen und humorvollen Art begrüßte Paul die zahlreichen Gäste der Vernissage, darunter einige Ehemalige. Sie verwies auf die verschiedenen künstlerischen Arbeitsphasen von Zöllner – und hatte dazu ein ihr von ihm geschenktes Tuch von vor 20 Jahren mitgebracht. Paul und Zöllner arbeiteten in der Schulaufsicht und in der Qualitätsagentur mehrere Jahre zusammen und gestalteten dort als Kabarettisten etliche vergnügliche Veranstaltungen.

Die Vernissage wurde gestaltet von zwei erfolgreichen Musikern der Generation NEUE MUSIK. Stefan Kohmann, Musiklehrer am Landesmusikgymnasium Montabaur, überraschte mit zwei einfühlsam und eloquent vorgetragenen Stücken: „Biosonor“ für elektrifizierten Pinienzapfen und Kurt Schwitters`: „Sonate in Urlauten“ 1. Satz. Eva Zöllner, freie Akkordeonistin und Trägerin des KULTURPREISES WESTERWALD 2018, wusste zu überzeugen mit: Eric Satie: „Gnossienne Nr. 4“. Gudrun Paul zeigte sich begeistert von der ungewohnten, aber eindrucksvollen Musikdarbietung und dankte den Künstlern herzlich.

Zöllner beschrieb in seiner Einführung seinen Weg zum Skulpturenbau: Durch einen Zufall kam er zum Schweißen. So entstanden – nach Absolvierung eines schweißtreibenden Sommer-Schweißkurses – Metallskulpturen unterschiedlicher Prägung und wurden in Ausstellungen Gegenstand intensiver Diskussion. Dem folgten Holzskulpturen, wodurch sich völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten ergaben. Gerne zitiert Zöllner Picasso, der sinngemäß gesagt haben soll: „In dem Stamm ist eigentlich alles drin, ich muss nur das überzählige Drumherum abnehmen“. Das skizziert für Zöllner die Einfachheit in der Komplexität und beschreibt die Intensität seiner Empfindungen im Gestaltungsprozess.

In einer Laudatio zu Zöllners Skulpturen hieß es im letzten Jahr: “ Wenn Zöllner einen Baum, einen Stamm, einen Torso findet, mit dem er in einen künstlerischen Diskurs treten möchte, dann folgt er nicht seiner gestalterischen Idee allein, dann folgt er gewachsenen Nerven und Muskelsträngen, dann findet er Lebensadern, legt Vergangenes frei und stößt auf überraschend Neues. Es ist ein Nachsinnen, das seinen Holzskulpturen innewohnt, und zu seiner bildhauerischen Gestaltung gehört eine gewisse Ehrfurcht vor gewachsenen Strukturen“. Es gilt, den verborgenen Sinn-Kern sorgsam freilegen. Dieses Arbeitsziel bedeutet aber nicht, dass keine klaren Schnitte mit dem kurzen Schwert der Motorsäge gewagt werden, aber: Es ist grundsätzlich ein nachspürender Weg, den er zur Skulptur geht. Eine lange Kerbung, eine Aushöhlung, das Anbeizen einer Fläche, die Positionierung auf Augenhöhe gibt vielen Skulpturen aller Schwere des Materials zum Trotz eine besondere Leichtigkeit. Manche Skulpturen haben etwas Fragiles, das geborgen und aufgerichtet wurde, das anhaltend in der Schwebe bleibt, wie ein gedankliches Ausrufezeichen, eine spontane Notation der Phantasie.

Der Titel der Ausstellung: BETRIEBSGERÄUSCHE DER SEELE leitet sich von dem Buch „Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer“ von Alex Capus her. Betriebsgeräusche der Seele ist nach Capus das, was jeder lebendige Mensch wahrnimmt, wenn er im Weltgetümmel mal kurz innehält und ein bisschen auf sich achtet. Formen und Strukturen und deren Komposition sind für Zöllner, neben dem Kabarett, eine Möglichkeit, einen solchen Prozess deutlich zu machen. Sie fördern Transparenz, Dialog, Auseinandersetzung. In diesem Sinne versucht er in dem, was er „suchende Annäherung an die Botschaft des Holzes“ nennt Wahrnehmungen in „naive optisch-strukturelle Codes zu übertragen“. Dabei bewegt er sich im Koordinatensystem der zehn wichtigsten Begriffe von Albert Camus:  Welt, Schmerz, Erde, Mutter, Menschen, Wüste, Ehre, Elend, Sommer und Meer. Sein Anspruch ist ausdrücklich, nicht Kunst zu produzieren, (deshalb nennt er sich auch Bildhauender*, nicht Bildhauer) sondern individuelle Wahrnehmungen als Einladung zum Dialog zu sehen. Das ist die Botschaft der Ausstellung, die bis zum, 8. Mai während der Geschäftszeiten der Schulaufsicht geöffnet ist. Fotos: Zöllner

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