Film AGROkalypse – der Tag an dem das Gensoja kam

ALTENKIRCHEN – In der Wied Scala Neitersen fand in einer Kooperation von Amnesty International Altenkirchen, dem WIBeN e. V., dem Regionalladen UNIKUM und dem Haus Felsenkeller ein sehr beeindruckender Film von zahlreichen Besuchern gesehen und diskutiert. – Das Team der Kooperationspartner zeigte sich begeistert und hoch zufrieden über das rege Interesse. Kurz vor Beginn drängten noch Besucher in die Wied Scala und es waren zum Filmstart fast alle Plätze besetzt. Am Infostand von Amnesty International freute man sich über angeregte Gespräche und zahlreiche Unterschriften auf den mitgebrachten Petitionen.

Der Film AGROkalypse – der Tag an dem das Gensoja kam – stellte sich als keine leichte Kost heraus. Von Tofu-Pionier Wolfgang Heck in der Rolle des Protagonisten begleitet, geht die Reise über biologischen und gentechnikfreien Sojaanbau in Deutschland auf die Südhalbkugel, nach Brasilien. Hier wird im großen Stil Soja für den Weltmarkt angebaut. Seit vielen Jahren produzieren Großkonzerne genverändertes Soja, dort wo einst Urwald der indigenen Bevölkerung Lebensraum und Lebensgrundlage war.

Es erwarten den Zuschauer sehr nahbare Kontakte und tragische Geschichten. Was dem Film jedoch viel beeindruckender gelingt: Nach und nach werden Zusammenhänge klar. Zusammenhänge von Enteigneten indigenen Gruppen, großflächigem Ackerbau für den Weltmarkt, Umweltverschmutzung, Verstrickungen von Betreibern des Ackerbaus und der Regierung sowie Regierungen die von der Entrechtung der indigenen Bevölkerung profitieren. Hier ist ein System entstanden, dem sich nur kleine Gruppen und Einzelkämpfer entgegenstellen – meist ohne große Hoffnung.

Noch viel spannender als dieses Geflecht ist eine weitere Verkettung: Der Weltmarkt, der dieses System mit befeuert, ist auch bei uns zuhause. Soja wird überwiegend in der Massentierhaltung zur Mast eingesetzt – Massentierhaltung schädigt die Umwelt auf vielen Wegen – es werden große Mengen Fleisch produziert, weil der Verbraucher in der westlichen Welt billiges Fleisch verlangt. Damit landet das Problem, das in berührenden Bildern und Einzelschicksalen gezeigt wird, mit einigen logischen Schritten direkt in den Regalen unserer Konsumgesellschaft.

Das Fazit des Films und auch die angeregte Diskussion im Anschluss lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Der Einzelne kann globale Missstände kaum alleine aufheben. Aber jeder Verbraucher hat die Macht, das Spiel mitzuspielen oder nicht. Er hat es in der Hand, beim Einkauf auf regionale, gentechnikfreie Produkte oder auf Bio-Alternativen zurückzugreifen – auch mehr und mehr beim Discounter.

Mit dieser Erkenntnis und dem unguten Gefühl wird der Kinobesucher in den Abend entlassen und es ist zu hoffen, dass die Eindrücke nachwirken werden.

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