BRD – Entwicklung in Deutschland wird wieder positiver gesehen, aber wachsende Sorge vor militärischen Konflikten

BRD – Entwicklung in Deutschland wird wieder positiver gesehen, aber wachsende Sorge vor militärischen Konflikten

Nach der Bundestagswahl formiert sich derzeit eine neue Regierung, gleichzeitig hat der Krieg in der Ukraine durch die wenig erfolgreichen Friedensbemühungen Donald Trumps neue Relevanz gewonnen. Beide Entwicklungen hinterlassen ihre Spuren in der Meinungs- und Gefühlslage der Deutschen – das zeigt die aktuelle Erhebung der Ipsos-Studie „What Worries the World“, die monatlich in 29 Ländern durchgeführt wird.

Wenige Wochen nach der Bundestagswahl nimmt das Gefühl, dass sich Deutschland in die richtige Richtung entwickelt, wieder messbar zu – wenn auch auf niedrigem Niveau: Aktuell sind 21 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass es mit dem Land wieder aufwärts geht. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als im Vormonat, als ein neuer Tiefstand erreicht wurde. Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland damit aber immer noch auf dem viertletzten Platz. Nur in Südkorea, Frankreich und Peru wird die Lage noch pessimistischer eingeschätzt.

Auch die wirtschaftliche Lage wird kritisch beurteilt: Drei Viertel der Deutschen (74 %) halten sie weiterhin für schlecht – ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat.

Nach der öffentlichen Eskalation zwischen US-Präsident Trump und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj nimmt die Sorge vor militärischen Konflikten weltweit zu – in Deutschland um 11 Prozentpunkte auf 27 Prozent. Auch bei den europäischen Nachbarn ist ein Anstieg zu verzeichnen: Neben Deutschland am stärksten in Polen (+5 auf 32 %), Schweden (+10 auf 27 %), den Niederlanden (+8 auf 25 %), Frankreich (+6 auf 15 %) und Italien (+4 auf 14 %).

„Die Präsidentschaft von Donald Trump wird mit Unsicherheit und Polarisierung in Verbindung gebracht“, erklärt Laura Wolfs, Ipsos-Expertin für qualitative Politik- und Sozialforschung. „Ereignisse, die dieses Gefühl der Unsicherheit nähren, wie der offen zur Schau gestellte Konflikt mit Selenskyj, tragen dazu bei, die Kriegsangst weiter zu verstärken. In unserer Ipsos eigenen Online-Community haben wir Ende letzten und Anfang dieses Jahres die Mitglieder nach ihren Gefühlen und Einstellungen zur aktuellen weltpolitischen Lage befragt. Dabei konnten wir bereits feststellen, dass die Besorgnis über den russischen Angriffskrieg zugenommen hat. Eine Teilnehmerin formulierte ihre Sorge so: ‚Dieses Jahr habe ich vor allem Angst vor Kriegen, vor allem weil in den USA nun Donald Trump an der Macht ist.’“
Sorgenbarometer: Migration bleibt größte Sorge der Deutschen

Das Thema Migration bereitet 41 Prozent der Deutschen Sorgen und steht damit zum sechsten Mal in Folge an der Spitze des Rankings, auch wenn es seit Februar leicht an Bedeutung verloren hat (-3 Prozentpunkte). Im weltweiten Vergleich liegt Deutschland bei der Sorge um Zuwanderung knapp hinter Chile (44 %) auf Platz zwei, mit einigem Abstand folgen andere europäische Länder wie Großbritannien (32 %) und Frankreich (27 %) sowie die USA (25 %).

An zweiter Stelle der größten Sorgen der Deutschen steht wieder die Angst vor Armut und sozialer Ungleichheit (33 %), die im Vergleich zum Vormonat um 3 Prozentpunkte gestiegen ist. Dagegen haben die Themen Kriminalität und Gewalt (31 % | -5) sowie Inflation (27 % | -4) seit der Bundestagswahl deutlich an Bedeutung verloren. Die Inflation, die vom Sommer 2022 bis zum Herbst 2023 die größte Sorge der Deutschen war, liegt im weltweiten Durchschnitt auch heute noch auf Platz 1.

Die stark gestiegene Angst vor militärischen Konflikten (27 % | +11) komplettiert in Deutschland die Top 5 des Ipsos-Sorgenbarometers – dicht gefolgt von der Angst vor zunehmendem Extremismus (23% | ±0), die nirgendwo größer ist als in Deutschland, und der Sorge vor den Folgen des Klimawandels (22% | +3). Ipsos

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