Neues Frauenhaus im Kreis Neuwied soll noch 2026 öffnen

Kreis Neuwied. Im Kreis Neuwied soll noch vor Ende des Jahres ein neues Frauenhaus seinen Betrieb aufnehmen. Das geht aus einer Mitteilung der Kreisverwaltung vom Mittwoch (4. November) hervor. Die Einrichtung ist für Frauen und ihre Kinder gedacht, die Schutz vor häuslicher Gewalt benötigen. Wann die ersten Betroffenen aufgenommen werden können und wie viele Plätze zur Verfügung stehen, ist bislang allerdings nicht bekannt.

Für den Betrieb wird der DRK-Kreisverband Neuwied verantwortlich sein, den das Land Rheinland-Pfalz bereits Ende 2025 mit der Trägerschaft beauftragt hatte. Während die Vorbereitungen für das Frauenhaus noch laufen, können Betroffene die dazugehörige Fachberatungsstelle schon seit April dieses Jahres in Anspruch nehmen.

Beratungsangebote stehen bereits zur Verfügung

Die Beratungsstelle des DRK richtet sich an Frauen, die häusliche oder andere Formen von Gewalt erleben oder erlebt haben. Sie bietet kostenlose und vertrauliche Gespräche an und unterstützt die Betroffenen bei der Suche nach geeigneten Hilfsmöglichkeiten. Zu erreichen ist die Einrichtung in der Pfarrstraße 64 in Neuwied unter 02631 944826, telefonisch montags bis freitags zwischen 8 und 12 Uhr sowie für weitere Gesprächstermine nach Vereinbarung.

Eine weitere Anlaufstelle ist der Anfang 2025 eingerichtete Frauennotruf Neuwied, der vom Verein Frauen gegen Gewalt betrieben wird. Im Mittelpunkt der Beratung stehen Frauen und Mädchen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben. Auch Angehörige und Fachkräfte können sich mit Fragen an die Einrichtung wenden. Der Frauennotruf ist unter 02631 9478906 erreichbar.

Vertrauliche Spurensicherung auch ohne Strafanzeige

Neben den Beratungsangeboten wurde im vergangenen Jahr auch die medizinische Versorgung von Gewaltbetroffenen erweitert. Seit Dezember 2025 bietet das Marienhaus Klinikum St. Elisabeth in Neuwied die Möglichkeit, Verletzungen nach körperlicher oder sexualisierter Gewalt vertraulich untersuchen und dokumentieren zu lassen.

Dabei können auch mögliche Tatspuren gesichert werden, ohne dass die betroffene Person unmittelbar eine Anzeige bei der Polizei erstatten muss. Die Dokumentation kann später als Beweismittel dienen, falls sie sich zu einem Strafverfahren entschließt. Das Krankenhaus befindet sich in der Friedrich-Ebert-Straße 59 und ist unter 02631 82-0 erreichbar.

Die drei Projekte sind Teil des Ausbaus der Hilfsangebote, den der Kreistag bereits im November 2023 einstimmig beschlossen hatte. An den Vorbereitungen waren neben der Kreisverwaltung verschiedene Fachstellen sowie der Runde Tisch gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen beteiligt. Mit dem geplanten Frauenhaus wird dieses Vorhaben nun um eine bislang noch ausstehende Schutzunterkunft ergänzt.

Betroffene, die außerhalb der örtlichen Beratungszeiten Unterstützung benötigen oder sich zunächst anonym informieren möchten, können außerdem das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ unter 116 016 anrufen. Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und rund um die Uhr erreichbar. Auch Angehörige können sich dorthin wenden. Weitere Informationen gibt es unter www.hilfetelefon.de.

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