ETZBACH – Caroline Kappmeyer, Bachpatin des Etzbachs – Themenbereich – Ehrenamt – Bachpatenschaften
ETZBACH – Caroline Kappmeyer, Bachpatin des Etzbachs – Themenbereich – Ehrenamt – Bachpatenschaften – Ein lehrreicher Nachmittag im Zeichen der Gewässerkunde, Gemeinschaft und Wissenschaft – 21 Menschen erkunden im Rahmen der „Home River Bioblitz“-Initiative den Etzbach
Etzbach. Ende September fanden sich an einem Samstag 21 Menschen am Etzbach zusammen, um gemeinsam die Flora und Fauna rund um das Gewässer zu erkunden. Von der Quelle am Erlenweg bis zum Fieberg-Weiher wurde zwei Stunden lang gesucht, beobachtet und mit Hilfe der kostenlosen App iNaturalist dokumentiert. Dabei war die Erforschung der heimischen Natur weder an ein Mindestalter noch an Spezialausrüstung geknüpft: Von der Jüngsten im Alter von zwei Jahren bis zu Senioren mit Wanderstock war jede Generation vertreten.
Ein Beitrag zur Wissenschaft – Forschung für alle
Laura Wagner, Master-Studentin der Limnologie, führte die Exkursion gemeinsam mit einer Kommilitonin. In Begleitung der Koordinatorin Caroline Kappmeyer, Bachpatin des Etzbachs, wurde anhand der gemeinsamen Entdeckungen greifbar, dass ein gesunder Bach Wasserspeicher, Kühlung und Lebensraum zugleich ist: Mit drei Sieben und weißer Auffangschale ging es reihum dem „Makrozoobenthos“ an den Kragen – winzigen Tierchen am Bachgrund, die Aufschluss über die Wasserqualität geben. Während der Untersuchung ließen sich sogar Frösche blicken, sehr zur Freude der Kinder und all derer, die sich ein Stück ihrer kindlichen Faszination bewahrt hatten.
Am Ende sammelte die Erkundungsgruppe rund 45 Arten. Eine kleine Weltpremiere, denn erstmals wurde der Etzbach mit einer App so analysiert, dass die Daten wissenschaftlich nutzbar sind. Nicht jede automatische Bestimmung, die von der App vorgenommen wurde, war gleich fehlerfrei, doch die „Schwarmintelligenz“ und vertretene Fachexpertise leisteten mühelos Abhilfe. „Ein Mensch allein hätte in so kurzer Zeit nicht annähernd so viele Arten erfassen können“, so die Einschätzung von Caroline Kappmeyer.
Teil einer weltweiten Bewegung
Der „Home River Bioblitz“ ist Teil einer weltweiten Initiative zur heimischen Bach- und Flusskunde. Wer an diesem Wochenende am Etzbach im Sieb nach Larven suchte, tat demnach dasselbe wie jemand an einem Fluss in Südamerika oder Asien – eine kleine, aber verbindende Geste. Ebenso verbindend erwies sich die unkomplizierte Gelegenheit für Zugezogene, Anschluss in der Nachbarschaft zu finden. So kam etwa ein pensionierter Förster mit Mitgliedern der Fischereigenossenschaft ins Gespräch und eine Kinderbuchautorin aus Hamm (Sieg) ließ sich von dem Ausflug inspirieren – eindrückliche Beispiele dafür, wie ehrenamtliches Engagement Menschen zusammenbringen und dabei unterstützen kann, neue Kontakte zu knüpfen.
Was als Nächstes kommt
Nach dem Erfolg dieser Premiere ist der Wunsch naheliegend, Aktion wie diese künftig zu wiederholen und zu erweitern: Denkbar sind für die Bachpatin Caroline Kappmeyer etwa mehrere Bioblitz-Termine an verschiedenen Bachabschnitten, bei denen kleine Teams gleichzeitig loslegen, oder auch ein dauerhafter Platz in der iNaturalist-App, an dem Wanderer, Anwohner und Naturinteressierte das ganze Jahr über ihre Beobachtungen zum Etzbach festhalten können – kostenlos und offen für jede und jeden. Wer Lust hat, mitzuwirken – ganz gleich, ob Schulklasse oder Wandergruppe –, den heißt die Bachpatin herzlich am Etzbach willkommen.
Um sich für die Bäche in der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) zu engagieren, braucht es im Allgemeinen weder Studium noch besondere Ausrüstung: Interessierte sind jederzeit herzlich dazu eingeladen, den Kontakt zum Bachpatenteam der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) zu suchen. Mehr über die Bachpatinnen und Bachpaten sowie Neuigkeiten zu den Beteiligungsmöglichkeiten an zukünftigen Gemeinschaftsaktionen wie dem Home River Bioblitz gibt es unter hamm-sieg.de/de/freizeit-tourismus/ehrenamt/bachpaten/ zu erfahren. (ck, jr)
Foto: © Jana Richartz | Verbandsgemeinde Hamm (Sieg)

















