LINZ – SPD Linz auf Spurensuche – Linz am Rhein zwischen 1933 und 1945
LINZ – SPD Linz auf Spurensuche – Linz am Rhein zwischen 1933 und 1945
Am Freitag, den 25. September 2026, lud der SPD-Ortsverein Linz zu einer historischen Spurensuche ein. Unter der Führung von Claudia Felten-Biermann begaben sich etwa ein Dutzend Teilnehmende auf eine Reise in die Vergangenheit der Stadt. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Wo befanden sich die Gebäude der NSDAP, der Hitlerjugend und der SA? Welche Rolle spielten Rheintourismus und Karneval für die nationalsozialistische Propaganda? Und warum kamen Zwangsarbeiter auch nach Linz?
Der Rundgang begann am Rheinufer, wo die Folgen des Ersten Weltkriegs und der Nachkriegsordnung als Voraussetzungen für die Krisen der Weimarer Republik thematisiert wurden. Vor dem Rathaus verdeutlichte Felten-Biermann, wie die Gleichschaltung die Kommunalpolitik erfasste: Ende 1933 war der Stadtrat vollständig mit nationalsozialistischen Ratsherren besetzt – niemand von ihnen war demokratisch gewählt. Innerhalb weniger Monate war die kommunale Selbstverwaltung in Linz abgeschafft.
Für die SPD ist diese Spurensuche auch Teil der eigenen Geschichte. Am 23. März 1933 stimmte die SPD-Fraktion im Reichstag als einzige gegen das Ermächtigungsgesetz. Ihr Vorsitzender Otto Wels betonte: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ Wenige Monate später wurde die Partei verboten, viele Sozialdemokraten verfolgt oder zur Flucht gezwungen.
Ulrich Bieber, Vorsitzender des Linzer Ortsvereins, unterstrich die Bedeutung lokaler Erinnerungsarbeit: „Die Diktatur kam nicht nur aus Berlin. Sie breitete sich auch hier in Linz schnell aus – im Rathaus und in den Vereinen. Wer das weiß, erkennt früher, wenn Demokratie unter Druck gerät.“
Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt, wie konkret sich die historischen Entwicklungen an vertrauten Orten in Linz nachvollziehen lassen. Foto: Ulrich Bieber
Foto: Historischer Stadtrundgang der SPD mit Claudia Felten-Biermann (stehend in der Mitte)

















