RHEINLAND-PFALZ – Ubisoft streicht Homeoffice und riskiert die Abwanderung von Fachkräften
RHEINLAND-PFALZ – Ubisoft streicht Homeoffice und riskiert die Abwanderung von Fachkräften
Beschäftigte von Ubisoft haben heute gemeinsam mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vor dem Unternehmenssitz in Mainz gegen die vollständige Abschaffung von Homeoffice protestiert. Denn seit heute verlangt die Geschäftsführung die Rückkehr aller Beschäftigten ins Büro. ver.di warnt vor dem Verlust qualifizierter Fachkräfte und betont, dass nur ein Tarifvertrag mobiles Arbeiten verbindlich absichern und vor einseitigen Entscheidungen der Geschäftsführung schützen kann.
„Wer bewährte Arbeitsmodelle streicht, setzt die Bindung seiner Fachkräfte aufs Spiel. Ubisoft konkurriert international um Beschäftigte. Eine starre Präsenzpflicht ist ein Rückschritt, der das Unternehmen als Arbeitgeber unattraktiver macht“, erklärt Holger Meuler, betreuender Gewerkschaftssekretär von ver.di.
Die Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren auch mit flexiblen Arbeitszeitmodellen erfolgreich Spiele entwickelt. Die pauschale Rückkehrpflicht ignoriert diese positiven Ergebnisse der digitalen Zusammenarbeit in der Branche. Besonders belastet werden Beschäftigte, die ihre Angehörigen pflegen, lange Pendelwege haben oder Kinder betreuen müssen.
„Für die Beschäftigten bedeutet diese Entscheidung nicht nur längere Wege, sondern auch höhere Kosten und weniger Zeit für ihre Familien. Die Geschäftsführung muss erklären, welches konkrete Problem sie damit lösen will. Anwesenheit allein macht weder ein gutes Spiel noch gute Zusammenarbeit aus“, so Meuler.
Mit der heutigen Aktion haben die Beschäftigten mit Nachdruck verdeutlicht, dass Homeoffice eine verbindliche Grundlage braucht, wie sie ein Tarifvertrag schaffen kann. Dazu gehören die Übernahme notwendiger Kosten für Ausstattung, Strom und Internet sowie verbindliche Regeln zum Arbeitsschutz und zur Erreichbarkeit. Ebenso müssen Beschäftigte vor Überwachung geschützt sein und bei Beförderungen oder Weiterbildung gleiche Chancen haben.
„Beschäftigte brauchen verlässliche Rechte. Sie müssen ihr Leben planen können, ohne dass bewährte Arbeitsbedingungen plötzlich gestrichen werden. Ubisoft sollte die Kritik der Beschäftigten ernst nehmen und mit ihnen über Lösungen sprechen, die sich an den Anforderungen der Arbeit und ihrer Lebensrealität orientieren“, erklärt Meuler abschließend.
Um das zeitnah zu realisieren, ruft ver.di alle Beschäftigten von Ubisoft auf, sich gewerkschaftlich zu organisieren und gemeinsam in ihren Teams für einen Tarifvertrag einzustehen, der ein Recht auf Homeoffice sichert.

















