GENSHAGEN – Kulturgutschutz im Weimarer Dreieck – Fachtagung zu Herausforderungen und Kooperationen in multiplen Krisen

GENSHAGEN – Kulturgutschutz im Weimarer Dreieck – Fachtagung zu Herausforderungen und Kooperationen in multiplen Krisen

Der Schutz von Kulturgütern in Zeiten multipler Krisen bedarf starker Allianzen und zukunftsfähiger Systeme. Die deutsch-französisch-polnische Fachtagung „Kulturgutschutz im Weimarer Dreieck“ brachte hochrangige Experten zusammen, um den Kulturgutschutz in den drei Ländern sowie Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zu diskutieren.

Am 22. September 2026 luden die Stiftung Genshagen, das Institut français Deutschland, das Polnische Institut Berlin, die Kulturstiftung der Länder und die Staatsbibliothek zu Berlin zu einer Fachtagung im Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Staatsbibliothek ein. Wie können Kulturgüter sowohl in Friedenszeiten, in Ausnahmesituationen und in Zeiten von Digitalität und KI-Technologien geschützt werden?

Ausgangspunkt dieser grenzüberschreitenden Perspektive war eine im Juni 2025 durchgeführte Studienreise nach Polen zum Thema Kulturgutschutz mit deutschen Vertretern aus dem Kulturbereich vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine.

„Wenn Kultur in Europa zum Angriffsziel wird, bedarf es Solidarität und Unterstützung. Wir sollten die Ukraine jedoch nicht nur als ein zu unterstützendes Land wahrnehmen, sondern als Partner mit einer starken Expertise im Kulturgutschutz, von dem wir alle lernen können“, meinte Jan Tombiński, Geschäftsträger a.i. der Republik Polen in Deutschland.

Die Erkenntnisse aus diesem deutsch-polnischen Expertenaustausch wurden im Rahmen der Fachtagung aufgegriffen und erweitert auf französische Perspektiven und neuere Entwicklungen im Bereich Digitalität und Desinformation: „Diese wichtige Konferenz hat es ermöglicht, die Herangehensweisen Polens, Deutschlands und Frankreichs besser zu verstehen und bei so bedeutenden Themen wie dem Erfahrungs- und Wissensaustausch in den Bereichen Risikokultur, Krisenmanagement, Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Kunstschmuggel, Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels sowie Bekämpfung von Informationsmanipulation und hybriden Bedrohungen neue Wege aufzuzeigen. Aus unseren Gesprächen über diese Themen, die künftig in diesem trilateralen Rahmen weiter gestärkt werden, können unsere Kultureinrichtungen nützliche Lehren für ihren wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Auftrag ziehen und so besser gegen die Bedrohungen für unser europäisches Kulturgut vorgehen.“, so Thomas Michelon, Botschaftsrat der französischen Botschaft.

Als entscheidend für den Schutz von Kulturgütern wurden insbesondere der Austausch von Wissen und Erfahrungen, die Vernetzung der beteiligten Akteure und die Zusammenarbeit über institutionelle und staatliche Grenzen hinweg hervorgehoben.

„Herausforderungen wie die Klimakrise oder Kriege, wie wir ihn aktuell in der Ukraine erleben, führen uns eindringlich vor Augen, wie wichtig der Schutz von Kulturgütern ist. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt daher nachdrücklich nationale sowie internationale Kooperationen in diesem Bereich. Denn wer Kulturgüter schützt, bewahrt nicht nur die Vergangenheit, sondern auch das kulturelle Gedächtnis und damit einen Teil unserer gemeinsamen Identität für die Zukunft“, meinte Dr. Konrad Schmidt-Werthern, Amtschef beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Anlässlich der Konferenz betonte Sven Teuber, Präsident der Kulturministerkonferenz, Minister für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz: „Kulturgut ist das Gedächtnis unserer Gesellschaften. Es erzählt, wer wir sind und woher wir kommen. Krieg, Klimawandel und illegaler Handel bedrohen dieses Erbe heute stärker als je zuvor, auch mitten in Europa. In Deutschland liegt der Schutz in der Verantwortung der Länder und aus ihrer Zusammenarbeit ist eine starke Allianz gewachsen. Diese Erfahrung wollen wir als Kulturministerkonferenz grenzüberschreitend einbringen, gerade im Weimarer Dreieck mit Frankreich und Polen, damit unser gemeinsames europäisches Kulturerbe besser geschützt wird.“

Die Fachtagung brachte Vertreter aus Bund, Ländern und Kultureinrichtungen in Deutschland sowie den Nachbarstaaten zusammen und bot zudem den Rahmen für die Uraufführung des während der Studienreise 2025 entstandenen Films.

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