KREIS ALTENKIRCHEN – Energieeffizienz zum Anschauen – Was Betriebe beim Wirtschaftsgespräch in Herdorf mitnehmen konnten

KREIS ALTENKIRCHEN – Energieeffizienz zum Anschauen – Was Betriebe beim Wirtschaftsgespräch in Herdorf mitnehmen konnten

Kreis Altenkirchen/Herdorf. Wer im Kreis Altenkirchen von A nach B unterwegs ist, muss schon mal längere Wege in Kauf nehmen – vor allem dann, wenn ein Ziel wie Herdorf direkt an der Kreis- und Landesgrenze liegt. Unweigerlich kommt dabei die Frage der Energiekosten auf. Und genau dabei ging es jetzt beim Wirtschaftsgespräch bei der Peter Bohl GmbH & Co. KG, zu dem die Wirtschaftsförderung Kreis Altenkirchen, die IHK-Regionalgeschäftsstelle Altenkirchen, die Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald und die Handwerkskammer Koblenz gemeinsam eingeladen hatten.

Vor dem offiziellen Teil konnten die Gäste den Betrieb besichtigen, darunter die vor einigen Jahren erworbenen Lager- und Bürohallen. Nach der Begrüßung durch die vier Veranstalter sprachen Landrat Dr. Peter Enders und Stadtbürgermeister Uwe Geisinger, der stellvertretend für die Stadt Herdorf und im Namen des ebenfalls anwesenden Bürgermeisters Helmut Stühn die rund 30 teilnehmenden Unternehmerinnen und Unternehmer begrüßte.

Geschäftsführerin Johanna Bohl stellte das gastgebende Unternehmen vor, wobei die Zahlen für sich sprechen: Von 2010 bis 2026 ist der Betrieb von fünf auf 50 Beschäftigte gewachsen. Ein Glücksgriff war die Expansion in den Kreis Siegen-Wittgenstein mit dem Erwerb von Liegenschaften in Netphen-Deuz. Der Schwerpunkt liegt in der Planung und Umsetzung vollständiger Energiekonzepte, und die langjährige Erfahrung des eigentlich ausgeschiedenen, inzwischen wieder reaktivierten Firmengründers Peter Bohl spielt dabei eine große Rolle. Sämtliche Firmengebäude haben einen ausgesprochen niedrigen Energiebedarf. Mit Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektrofahrzeugen hat sich der Betrieb früh befasst.

Den fachlichen Teil übernahmen zwei Referenten. Sven Kersten, Regional Manager bei NIBE Climate Solutions, sprach über Wärmepumpen im gewerblichen Einsatz. Seine Rechnung: Die förderfähigen Kosten sinken bis 2030 stetig, während sich der Gaspreis bis 2035 auf rund 19,5 Cent je Kilowattstunde verdoppeln könnte. Seine Schlussfolgerung: Wer abwarte, zahle zweimal.

Tobias Rüschenberg, seit über 16 Jahren energiewirtschaftlicher Berater beim VEA Bundesverband der Energie-Abnehmer, zeigte auf, wo Betriebe bei Regulatorik und Beschaffung ansetzen können. Beim Energiefinanzierungsgesetz etwa ließen sich KWK- und Offshore-Netzumlage begrenzen.

„Wir haben uns über das hohe Interesse an dem diesjährigen Wirtschaftsgespräch gefreut. Als wir vor einigen Monaten das Thema Energie als zentralen Punkt ausgewählt haben, war uns klar, dass es bei Privaten wie bei Unternehmen eine wichtige Rolle spielt. Die letzten Wochen haben es noch stärker in den Fokus gerückt. Ein besonderer Dank gilt den beiden Referenten und insbesondere Gastgeberin Johanna Bohl“, sagte Lars Kober, Leiter der Wirtschaftsförderung Kreis Altenkirchen, stellvertretend für die Veranstalter.

Foto: Erstmals hatten Wirtschaftsförderung, IHK, Kreishandwerkerschaft und Handwerkskammer gemeinsam zu einem Wirtschaftsgespräch eingeladen. Bei der Firma Bohl in Herdorf ist das Thema Energieeffizienz nicht nur Geschäftsmodell, sondern auch Firmenphilosophie. Foto: Kreisverwaltung / Thorsten Stahl

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