RHEINLAND-PFALZ – Gewaltschutz für Menschen mit Behinderungen – Leitlinien zur Prävention von Gewalt veröffentlicht

RHEINLAND-PFALZ – Gewaltschutz für Menschen mit Behinderungen – Leitlinien zur Prävention von Gewalt veröffentlicht – Sozialministerin Bätzing-Lichtenthäler: „Menschen mit Behinderungen müssen sich sicher fühlen können“

Menschen mit Behinderungen sind überdurchschnittlich häufig von Gewalt betroffen. Gleichzeitig fehlen in Angeboten der Eingliederungshilfe vielfach noch nachhaltige Gewaltschutzstrukturen. Um die Prävention von Gewalt zu stärken, hat das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend Rheinland-Pfalz unter Beauftragung des Institutes für empirische Soziologie (IfeS) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Leitlinien zur Prävention von Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen erarbeitet. Diese sind nun veröffentlicht.

„Menschen in unserer Gesellschaft sollen sich sicher fühlen können. Dies gilt in besonderem Maß für diejenigen, die in ihrem Alltag auf die Unterstützung durch andere Menschen angewiesen sind“, sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Die Leitlinien geben eine praxisnahe Orientierung, um Gewalt in Angeboten der Eingliederungshilfe frühzeitig zu erkennen, wirksam vorzubeugen und mit geeigneten Maßnahmen zum Schutz und zur Unterstützung aller Beteiligten darauf zu reagieren. In der Erarbeitung wurden relevante Akteurinnen und Akteure einbezogen, insbesondere Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfe sowie der Leistungserbringer.

Die Leitlinien setzen zudem Impulse für die Erstellung und Weiterentwicklung von Gewaltschutzmaßnahmen. Sie ergänzen die bestehenden gesetzlichen Vorgaben, ersetzen jedoch nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Gewaltschutzkonzepte, die auf die jeweiligen Angebote zugeschnitten sein müssen (§ 37a SGB IX).

„Wir müssen Menschen mit Behinderungen stärken, damit sie Formen und Stufen von Gewalt kennen, erkennen und als solche benennen können. Dafür braucht es Aufklärung, Sensibilisierung und Empowerment. Gleichzeitig muss auch das gesamte Umfeld aufmerksam sein und Gewalt frühzeitig erkennen. Denn nur wenn Gewalt wahrgenommen wird, können wir auch aktiv dagegen vorgehen. Dies gelingt nur gemeinsam“, betonte Bätzing-Lichtenthäler.

Auch wenn sich die Leitlinien primär an die Menschen richten, die Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem SGB IX in Anspruch nehmen, sind sie eine spannende Lektüre für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die mehr über Gewaltformen und -strukturen wissen wollen und sich mit Strategien zur Vermeidung von Gewalt auseinandersetzen möchten.

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