HASSLOCH – „Abbé Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“
HASSLOCH – „Abbé Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“ – Die Ausstellung in der St. Gallus-Kirche wird mit einem besonderen Gottesdienst eröffnet
Eine Ausstellung über das Leben und Wirken von Abbé Franz Stock ist vom 20. September bis 4. Oktober 2026 in der katholischen Pfarrkirche St. Gallus, Rösselgasse 4, Haßloch, zu sehen. Unter dem Titel „Abbé Franz Stock – Versöhnung durch Menschlichkeit“ erinnert sie an einen außergewöhnlichen Wegbereiter der deutsch-französischen Aussöhnung. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 20. September, um 10:30 Uhr mit einem besonderen Eröffnungsgottesdienst, den Weihbischof em. Otto Georgens gemeinsam mit Pater Philipp Öchsner CO, Pater John Perumannikala Alexander MCBS und Msgr. Elizeo Ovure feiern wird. Bürgermeister Tobias Meyer spricht im Rahmen des 65jährigen Städtejubiläums mit Viroflay über Europa und den Frieden.
Alle Menschen – unabhängig von Konfession oder Religion – sind zu diesem Gottesdienst herzlich eingeladen. Im Anschluss findet ein gemeinsamer Umtrunk statt. Franz Stock steht wie kaum eine andere Persönlichkeit für Menschlichkeit und Versöhnung zwischen Deutschen und Franzosen. Der 1904 in Arnsberg-Neheim geborene Priester setzte sich bereits früh für die Verständigung zwischen den Völkern und insbesondere für die deutsch-französische Jugend ein.
Während der nationalsozialistischen Besatzung wurde Stock Seelsorger der Gefängnisse von Paris und der Hinrichtungsstätte Mont Valérien. Dort begleitete er mehr als tausend zum Tode Verurteilte auf ihrem letzten Weg. Zugleich unterstützte er, soweit es ihm möglich war, die Angehörigen der Gefangenen und warnte Widerstandskämpfer vor drohenden Gefahren.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs setzte Stock sein Wirken für ein neues Europa fort. Im Kriegsgefangenenlager Le Coudray bei Chartres gründete und leitete er von 1945 bis 1947 das sogenannte „Stacheldrahtseminar“, in dem rund 1.000 deutschsprachige Priester und Seminaristen auf ihre Aufgaben in einem neuen Europa vorbereitet wurden.
Die Ausstellung zeigt die wichtigsten Stationen seines Lebens und macht deutlich, weshalb Franz Stock bis heute als Symbol für Versöhnung und Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich gilt. In Frankreich wurde er als „L’Aumônier de l’enfer – Der Seelsorger der Hölle“ und „L’Archange en enfer – Der Erzengel in der Hölle“ bezeichnet.
Weitere Ausstellungsorte:
05.10. bis 19.10.2026: Rathaus Haßloch, Foyer
19.10. bis 02.11.2026: Siebenpfeiffer Realschule Plus Haßloch, Mehrzweckraum
02.11. bis 16.11.2026: Hannah-Ahrendt-Gymnasium Haßloch, Aula
Die Ausstellung wird von der Gemeindeverwaltung Haßloch, der Pfarrei Hl. Klara von Assisi, dem Partnerschaftsbeirat und dem Arbeitskreis Viroflay veranstaltet.















