WATTENHEIM – Schockanruf – Tatverdächtige bei Geldübergabe festgenommen

WATTENHEIM – Schockanruf – Tatverdächtige bei Geldübergabe festgenommen

Wattenheim – Eine 80-Jährige ist am Dienstagabend (08.09.2026) Opfer eines sogenannten Schockanrufs geworden. Eine Frau teilte ihr am Telefon mit, dass ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Um eine Inhaftierung zu verhindern, müsse eine Kaution in Höhe von 90.000 Euro gezahlt werden.

Die 80-Jährige erkannte den Betrugsversuch, stellte der Anruferin jedoch eine Zahlung von 19.000 Euro in Aussicht. Gegen 20:45 Uhr fuhr daraufhin ein Taxi mit zwei 26 und 27 Jahre alten Frauen in die Nähe der Wohnanschrift der Geschädigten. Die 26-Jährige begab sich anschließend auf das Grundstück, wo die 80-Jährige mit einer Tasche wartete, in der sich vermeintlich das Geld befand.

Die 26-Jährige konnte unmittelbar nach dem Verlassen des Grundstücks durch Kräfte der Polizei vorläufig festgenommen werden. Ihre 27-jährige Begleiterin wurde an dem noch in der Nähe wartenden Taxi ebenfalls vorläufig festgenommen.

Die 26-Jährige wurde am Mittwoch (09.09.2026) dem Haftrichter am Amtsgericht Frankenthal vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Frankenthal erließ der Untersuchungshaftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbsmäßigen Betrugs. Die Beschuldigte wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Die 27-jährige Begleiterin wurde aufgrund fehlender Haftgründe am Mittwochmorgen auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankenthal und der Kriminalpolizei Ludwigshafen dauern weiter an.

In vielen Fällen sind Opfer von Telefonbetrügern psychisch stark belastet. Die Scham, die sie empfinden, nachdem sie auf die heimtückischen Maschen der Täter reingefallen sind und unter Umständen erhebliche Teile ihrer Ersparnisse und Altersvorsorge verloren haben, wiegt schwer. Dies verhindert oftmals, dass sie sich Angehörigen oder der Polizei anvertrauen. Dabei sollte eins klar sein: Sie sind nicht allein. Sie haben sich auch nicht leichtfertig „übers Ohr hauen lassen“. Denn die Täter agieren äußerst trickreich und skrupellos. Dabei passen sie ihre Gesprächstaktiken und Vorgehensweisen ständig an.

Opfer von Straftaten und deren Angehörige können sich vertrauensvoll an die Opferschutzberatung unter Telefon: 0621 963-21160 wenden. Dort erhalten sie Unterstützung, Beratung und Tipps, wie sie das Erlebte bewältigen können sowie Informationen zu weiteren Hilfeeinrichtungen und Opferrechten.

Um Sie noch besser vor Betrugsversuchen zu schützen, haben die Präventionsexperten eine Telefonhotline zum Schutz vor Betrug eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0621 963-21177 können Sie sich von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr kostenlos telefonisch über Betrugsdelikte informieren. Rufen Sie uns an und informieren Sie sich über die typischen Betrugsmaschen und wie Sie sich davor schützen können.

Weitere Präventionstipps finden Sie auch im Internet unter https://s.rlp.de/93 oder www.polizei-beratung.de. Die Polizei rät zu folgenden Verhaltenshinweisen

– Beachten Sie, dass die Polizei Sie nie unter der 110 kontaktiert.

– Wenn Sie im Gespräch aufgefordert werden unter Verwendung der Rückruftaste die 110 zu wählen, legen Sie auf und wählen Sie die Nummer selbst.

– Geben Sie keine persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum, Bankverbindungen, Vermögensverhältnisse an fremde Personen heraus.

– Die Polizei schickt keine Zivilkräfte, um Geld oder Wertsachen abzuholen und vorsorglich in Verwahrung zu nehmen.

– Lassen Sie Ihre Telefonnummer aus den Telefonverzeichnissen löschen.

– Bringen Sie den Anruf bei der nächsten Polizeidienststelle oder per Onlinewache zur Anzeige. Quelle: Polizei

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