OBERWAMBACH – Gemeinsam Zukunft gestalten – Das 15. Stiftungsfest des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen
OBERWAMBACH – Gemeinsam Zukunft gestalten – Das 15. Stiftungsfest des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen
Altenkirchen-Oberwambach – Es war ein Abend zwischen Dankbarkeit, ernsthafter Reflexion und lebendiger Freude: Beim diesjährigen Fest der Stiftung des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen im Gemeindehaus Oberwambach trafen konkrete Förderprojekte auf eine grundsätzliche Frage: Welche Rolle spielt die evangelische Kirche in einer sich immer schneller wandelnden Gesellschaft?
Stiftunsgratsvorsitzender Pfarrer Dr. Michael Klein begrüßte etwa 50 Gäste und richtete seinen Dank an alle, die den Abend musikalisch, technisch und kulinarisch gestaltet hatten. Ein besonderer Moment war der Abschied von Brigitte Jung, die sich aus Altersgründen aus dem Stiftungsrat zurückzieht und für ihr Engagement gewürdigt wurde.
Den inhaltlichen Impuls des Abends setzte der frisch eingeführte Superintendent Marcus Tesch. Mit der provokanten Frage „Wozu braucht es die evangelische Kirche?“ regte er zum Nachdenken an – gerade in einer Zeit, in der andere, meist freie christliche Gemeinschaften oft einen Wachstum erleben, während die eigenen Gemeinden mit Austritten kämpfen. Tesch rief dazu auf, die „Verlustgeschichte“ aus Kirchenaustritten und unbesetzten Stellen umzuschreiben. Stattdessen wolle er die Menschen durch die Begeisterung für den Kern des Evangeliums gewinnen. Dieses sei ein unendlicher Schatz, der Orientierung schenke und die Gewissheit gebe, dass kein Mensch ein bloßes Zufallsprodukt dieser Welt ist.
Die Zukunft der Kirche liegt für Tesch in einer glaubwürdigen, christlichen Gemeinschaft, die ihren Dienst aus tiefer innerer Überzeugung lebt. Dies bedeute auch einen Paradigmenwechsel in der Leitung: „Die Zeit der ordinierten Theologen, die die alleinige Diensthoheit haben, geht dem Ende entgegen“, betonte er. Glaube dürfe nicht zur „Veranstaltung“ verkommen, sondern müsse im Alltag verankert sein. Das Ziel sei es, die Gemeinden so zu befähigen, dass sie kirchliches Leben und Gottesdienste eigenverantwortlich und kreativ mitgestalten.
Dieser Geist der Offenheit spiegelte sich auch im musikalischen Rahmen wider. Der Power-Station-Chor und die Band unter der Leitung von Brigitta Ludwig sorgten für eine dynamische Atmosphäre, die in einer spontanen Mitsing-Aktion zu Lady Gagas „Shallow“ gipfelte und die Gäste aktiv einbezog.
Den Abschluss bildete die Vorstellung der diesjährigen Förderprojekte, moderiert von Ina Löhr. Mit einem Gesamtvolumen von über 2.500 Euro wurden zehn Vorhaben unterstützt, vor allem in der Kinder- und Jugendhilfe sowie in der Altenpflege. Besonders eindrücklich war der Blick zurück in die Geschichte: Ein Projekt zur Erinnerungsarbeit über Pfarrer Theodor Maas und seine Frau Babette im Dritten Reich wird derzeit in Form einer Roll-Up-Ausstellung fertiggestellt. Dass diese Geschichte bis heute nachwirkt, wurde durch den anwesenden Enkel, ebenfalls Theodor Maas, deutlich, der den Gästen auch einen persönlichen Einblick in die bewegende Familiengeschichte gab. Foto (Kirchenkreis): Superintendent Marcus Tesch spricht














