ALTENKIRCHEN –Mandolinenkonzert in der Christus Kirche Altenkirchen

ALTENKIRCHEN –Mandolinenkonzert in der Christus Kirche Altenkirchen

Die Mandoline ist ein Instrument mit einer besonderen Historie. Erstmals erbaut wurde sie um das Jahr 1700 in Neapel. Am Sonntagabend erklang die neapolitanische Madoline des Mare Duo, bestehend aus Annika und Fabian Hinsche, der mit der Gitarre begleitete. Ein Hörgenuss in der Evangelischen Christuskirche, wie sich schnell herausstellte. Die Virtuosen unterrichten beide Instrumente an Hochschulen sowie Universitäten und beherrschen sie in Vollendung.

Für rund eineinhalb Stunden begeisterte das Paar das zahlreich erschienene Publikum, das mit Applaus und Jubelrufen nicht geizte. Das Repertoire ist umfangreich, reicht unter anderem von Sonaten des Komponisten Domenico Scarlatti, über Werke von Ludwig van Beethoven über Kompositionen von Robert Schumann, Carlo Munier bis hin zu der Sonate „Mare“, die dem Duo Mare mit den drei Stücken Pacifico, Indico und Atlantico gewidmet wurde und damit die Weltmeere beschreibt. Mare ist aus den Anfangsbuchstaben der Mandoline sowie den beiden letzten Buchstaben der Gitarre gebildet worden.

Das früheste schriftliche Zeugnis über die Mandoline ist eine Handschrift von Matteo Caccini aus dem Jahr 1703, also vor genau 323 Jahren. Die Madoline war in den frühen Jahren des letzten Jahrhunderts das Instrument der Arbeiterbewegung im Dienste der Befreiung und des Zusammenhalts, auch Volks- und Wanderbewegung. Es konnte preiswert und mit brillantem Klang an jedes Lagerfeuer mitgeführt werden. Die Mandoline fasziniert auch heute noch in Orchestern im Rheinland, unter anderem in Hennef-Kurscheid, das vor 102 Jahren gegründet wurde. Mandolinen spielen auch in der Country- und Bluegrass-Musik eine entscheidende Rolle. Annika Und Fabian Hinsche wurden als Kammermusiker bereits bei internationalen Wettbewerben vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Sie konzertieren gemeinsam seit über 15 Jahren.

In ihren Darbietungen verkörpern sie die Hingabe, die sie ihrem Instrument widmen. Mit ihrer Körpersprache und dem Gesichtsausdruck spiegeln sie das wider, was ihre Stücke ausdrücken. Der aufmerksame Zuhörer spürt so etwas, meinte ein erfahrener Musikliebhaber im Publikum. Viele der Klänge laden zum Träumen ein und schaffen romantische Momente. So war es kein Wunder, dass das Publikum eine Zugabe forderte, die mit „Der Himmel über Sevilla“ gerne erfüllt wurde. Abschließend erging der Hinweis, dass ab kommendem Donnerstag die Reihe „Musik zum Markt“, jeweils ab 11:00 Uhr an gleicher Stelle fortgeführt wird. (Werner Klak)

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