KREIS NEUWIED – Landkreis ist im Soll bei der Schulentwicklung

KREIS NEUWIED – Landkreis ist im Soll bei der Schulentwicklung – „Unvollständig“: Landrat Achim Hallerbach kritisiert Teile der bisherigen Berichterstattung und sieht Aufklärungsbedarf

Mit Bezug auf ein Schreiben des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums und Teile der nachfolgenden Berichterstattung im Hinblick auf Aussagen zur Integrierten Gesamtschule (IGS) Neuwied sieht die Kreisverwaltung Neuwied Aufklärungsbedarf.

In einem Presseartikel in der regionalen Tagespresse war die Überschrift „An der IGS Neuwied fehlen 170 Plätze“ erst kürzlich mit der Forderung eines Landtagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen an den Kreis Neuwied verbunden worden, Handlungskompetenz zu zeigen, obwohl dazu nach Auffassung der Kreisverwaltung kein Anlass besteht. Zugleich sieht die Kreisverwaltung in der verkürzten Darstellung eine Verzerrung der tatsächlichen Umstände.

„Laut des vollständigen Antwortschreibens des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen besteht ein Rechtsanspruch für die Aufnahme in den Unterricht in weiterführenden Schulen nur für die Schulformen von Realschulen Plus und die Gymnasien. Deshalb endet das Aufnahmeverfahren an diesen Schularten auch zu einem späteren Zeitpunkt als es an Integrierten Gesamtschulen der Fall ist“, erläutert Landrat Achim Hallerbach.

Des Weiteren ist der Antwort des Ministeriums auf die Anfrage zu entnehmen, dass sich die IGS Neuwied bei der Zahl der Ablehnungen zwar im vorderen Feld bewegt, allerdings werden auch bei mehreren anderen Integrierten Gesamtschulen im Land ebenfalls zwischen 120 und 180 Schülerinnen und Schüler abgelehnt.

Vor diesem Hintergrund weist Landrat Achim Hallerbach darauf hin, dass in der angeführten Presseveröffentlichung nicht alle Aspekte berücksichtigt wurden, die für eine vollständige Darstellung des Sachverhalts relevant sind: „So entsteht schnell ein verzerrtes Bild, das der Korrektur und Ergänzung bedarf.“

Tatsächlich hatte Bildungsministerin Dr. Ute Eiling-Hütig in ihrer Stellungnahme mitgeteilt, dass Integrierte Gesamtschulen aus pädagogischen Gründen in ihrer Kapazität begrenzt seien. Bei Überschreitung der Anmeldungen werde ein Losverfahren angewendet, und Schüler könnten im Nachrückverfahren oder an anderen Schularten wie Realschulen plus aufgenommen werden. Die Schaffung neuer Integrierter Gesamtschulen sei nur bei ausreichender Leistungsverteilung und ohne Gefährdung bestehender Schulen möglich.

Auch die öffentlich vermittelte Aussage, wonach neun Schülerinnen und Schüler an der Rheinbrohler Römerwall-Realschule Plus abgelehnt werden mussten, kann aus Sicht der Kreisverwaltung nicht unkommentiert bleiben. So hat die Römerwallschule weiterhin hohe Anmeldezahlen zu verzeichnen. Darunter befinden sich allerdings auch viele Anmeldungen, die nicht aus dem originären Einzugsbereich der Römerwallschule, sondern teilweise auch aus Neuwieder Stadtteilen kommen. Daher war es nicht möglich alle Anmeldungen bei dieser Schule zu berücksichtigen. Dies liegt unter anderem daran, dass es sich bei der Römerwall-Realschule Plus in Rheinbrohl um eine Realschule plus in integrativer Form handelt.

„Wir werden aber voraussichtlich ab dem Schuljahr 2027/2028 bei der Robert-Krups-Schule in Neuwied-Irlich ein weiteres integratives Angebot im Stadtgebiet Neuwied haben. Die Robert-Krups-Realschule-Plus hat beantragt, dass sie die Schulform von kooperativer in integrative Form ändert. Die Kreisgremien haben bereits zugestimmt“, stellt Landrat Achim Hallerbach fest und kann auch ebenfalls auf ein weiteres Angebot und eine aktuelle Maßnahme verweisen: „Zusätzlich haben wir mit der Robert-Koch-Realschule Plus in Linz noch ein adäquates Angebot, bei dem ebenfalls in integrativer Form gearbeitet wird. Außerdem steht die Erweiterung der Römerwallschule in Rheinbrohl“. Die klare Botschaft nach außen: Der Landkreis Neuwied ist im Soll bei der Schulentwicklung und den Angeboten.

Foto: Begonnen haben die Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Erweiterung der Römerwallschule in Rheinbrohl“. Foto: Thomas Herschbach

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