ALTENKIRCHEN – Mittarbeiter klagen über Arbeitszustände
ALTENKIRCHEN – Mittarbeiter klagen über Arbeitszustände
„Leistungsdruck ohne Ende“, so der Originalton einer Mitarbeiterin der Lebensmittelkette in Altenkirchen. Man müsse Kunden stehen lassen, die zur Selbstbedienungskasse laufen müssen, weil mal wieder irgendetwas nicht funktioniert.
Die Mitarbeiterin ist seit acht Jahren in dem Unternehmen ist, das zwischen 15 und 21 Euro Stundenlohn zahlt. Ein Mitarbeiter soll für drei arbeiten, so die Philosophie der Geschäftsleitung. „Alles auf Kosten der Mitarbeiter“, so die Aussage der fleißigen Kollegin, die wir in einem persönlichen Gespräch aufgesucht haben.
Der Ehemann fährt aushilfsweise LKW für diese Kettel, die nur mit Speditionen arbeiten, was früher nicht der Fall war. Die Touren sind auf maximal zehn Stunden geplant, was natürlich nicht einkalkuliert ist, sind Staus, Umleitungen, Wartezeiten an der Rampe oder sonstige Unwegbarkeiten. Somit kann eine Tour 11 bis 12 Stunden dauern, was fairerweise bezahlt wird.
Paletten sind nicht mehr wie früher ordentlich in Folie gewickelt, und zwar mehrfach, sondern nur noch einfach, so dass es oft dazu kommt, dass die Paletten beim Verladen umkippen. Diese Kosten werden der Spedition belastet. Der Fahrer lädt den LKW mit einer Ameise. Sobald er das Verladegut angefasst hat, liegt die Verantwortung bei der Spedition. Früher war das anders.
Unser Mitarbeiter erinnerte sich in diesem Zusammenhang an einen Fall einer anderen Supermarktkette, als ein Fahrer eines Lkw völlig entnervt in eine Gaststätte kam. Sein Fahrzeug wurde nicht entladen. Warum? Er hatte Salat aus Holland geladen; eine Palette fehlte. So durfte er die gesamte Ladung zurück zum Lieferanten zur Entsorgung bringen. „Wie krank ist unsere Gesellschaft“, fragte ein Altenkirchener Ureinwohner, der über 60 Jahre dort lebt. Es muss sich etwas ändern, so das Fazit. (Werner Klak)



















