WESTERWALD – Erste KRÄUTERWIND-KITA zertifiziert

WESTERWALD – Erste KRÄUTERWIND-KITA zertifiziert

13 Ortsgemeinden im Westerwald sind bereits zertifizierte „Kräuterwind-Kommunen“. Mit dem Kindergarten „Ratz-Fatz“ in Bellingen gibt es nun auch eine erste „Kräuterwind-Kita“.

Der Dauerregen hält die jungen Naturfreunde nicht ab: Mit großem Eifer und Matschhosen ausgestattet, haben sich die 28 Kinder des Kindergartens in Bellingen (VG Westerburg) auf einem altersgerechten Niveau mit dem Thema und Biodiversität beschäftigt und jetzt eine Blühmischung für ihren eigenen Blühstreifen am Kindergartengelände ausgesät.

Hornklee, Malve, Leindotter, Wegwarte und viele andere: Bald schon werden die ersten zarten Pflänzchen sprießen. In der Mischung, die die Kinder, unterstützt von Orth Agrardienstleistungen, nun in Bellingen ausgebracht haben, sind mehr als zwei Dutzend verschiedene Arten enthalten. Die Entwicklung im Blühstreifen können die „Ratz-Fatz“-Kinder beim Frühstück aus ihrem Gruppenraum heraus oder beim Spielen im Außengelände der Einrichtung beobachten und sich so weiterhin mit dem Thema beschäftigen, wie die stellvertretende Kiga-Leiterin Michelle Kacalla erläutert: „Ich finde, wir haben einen richtig guten Platz für den Blühstreifen gefunden, um den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen“, sagt sie.

Das Kiga-Team hatte das Thema mit den Kindern vor dem gemeinsamen Aussäen umfangreich vorbereitet, ein zugehöriges Plakat gestaltet und Bilder gemalt. „Wir haben auch wesentliche Punkte besprochen, zum Beispiel, dass solche Blühflächen vielen Tieren Nahrung bieten und Lebensraum für sie sind“, berichtet Kacalla.

Bellingens Ortsbürgermeister Michael Wisser hebt hervor: „Schaut man sich die Umwelt und den Klimawandel an, haben wir einen gewissen Nachholbedarf, was den Klimaschutz betrifft.“ Mit der bereits erfolgten Beteiligung des 620-Einwohner-Dorfes am Programm „Kräuterwind-Kommune“ sowie jetzt zusätzlich bei den „Kräuterwind-Kitas“ solle das Bewusstsein dafür geschärft werden.

Markus Hof, Verbandsbürgermeister der VG Westerburg, in der Bellingen liegt, betont, dass man bereits im Kindergartenalter anfangen könne, sich mit der Biodiversität zu beschäftigen. „Schon die Kinder sollen sehen, dass Natur und Umwelt wichtige Themen sind“, unterstreicht er.

Um „Kräuterwind-Kita“ oder „Kräuterwind-Schule“ werden zu können, müssen entsprechende Einrichtungen mindestens zwei Quadratmeter Blühfläche je zehn Kinder anlegen, wenn die Gesamtzahl der Kinder bis zu 100 Kindergartenkinder oder Schüler beträgt. Ab 100 bis 250 Kindern muss je zehn Kindern mindestens ein Quadratmeter vorhanden sein, und ab 300 Kindern nach Wahl wie bei den kleineren Einrichtungen oder entsprechend der Kriterien für die „Kräuterwind-Kommunen“. Hier ist für die Zertifizierung ein Zentimeter Blühstreifen je Einwohner gefordert (bei zwei Metern Breite).

Neben dem nunmehr zertifizierten „Ratz-Fatz“-Kindergarten in Bellingen wollen im laufenden Jahr auch die Kitas in Stockum-Püschen, Willmenrod sowie Rothenbach mitmachen. Zu den bereits ausgezeichneten 13 Ortsgemeinden kommen mit Gemünden, Girkenroth, Halbs, Stockum-Püschen, Willmenrod und Winnen mindestens sechs weitere Dörfer hinzu.

Die Initiative „Kräuterwind-Kommune“ entstand als ergänzendes Projekt im Rahmen des vom Regionalprojekt Kräuterwind ausgerichteten „Wäller Gartenpreises“. Die Anregung dazu kam vom Bürgermeister der Verbandsgemeinde Westerburg, Markus Hof. Fotos. „Foto: Kräuterwind”

 

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