MAINZ – Zivilcourage geehrt – 45-jähriger bewahrt Senior vor noch höherem Schaden bei Telefonbetrug

MAINZ – Zivilcourage geehrt – 45-jähriger bewahrt Senior vor noch höherem Schaden bei Telefonbetrug

Für sein vorbildliches Eingreifen hat Polizeipräsident Reiner Hamm einen 45-jährigen Mitbürger geehrt. Durch seine Aufmerksamkeit und sein schnelles Handeln konnte ein andauernder Betrug zum Nachteil eines älteren Mitbürgers aufgedeckt und Schlimmeres verhindert werden. Der Vorfall ereignete sich im Februar dieses Jahres im Mainzer Stadtteil Oberstadt. Beim Einkauf in einem örtlichen Getränkemarkt fiel dem 45-Jährigen ein älterer Herr – ein ihm flüchtig Bekannter – an der Kasse auf. Dieser befand sich in einer intensiven Diskussion mit dem Kassierer, während er eine sogenannte „Paysafe-Karte“ erwarb.

Dem späteren Zeugen kam die Situation sofort verdächtig vor: „Was will ein Rentner mit einer Paysafe-Karte?“, fragte er sich. Nach Rücksprache mit dem Kassenpersonal stellte sich heraus, dass der Senior bereits am Vortag eine solche Karte erworben hatte. Der 45-Jährige zögerte nicht, folgte dem Senior aus dem Markt und sprach ihn direkt auf die Situation an. Trotz des dringenden Warnhinweises, dass es sich um eine Betrugsmasche handele, zeigte sich der ältere Herr uneinsichtig. Er erklärte, dass alles in Ordnung sei und er über den Messengerdienst WhatsApp in

direktem Kontakt mit Ermittlern von „Interpol“ stehe – eine klassische und skrupellose Täuschungsmethode von Telefonbetrügern.

Da der Senior nicht auf die Warnung einging, schaltete der aufmerksame Zeuge

konsequent die Polizei ein und wählte den Notruf. Trotz des schnellen Einschreitens der alarmierten Polizeikräfte zeigte sich Tage später das traurige Ausmaß des Betrugs: Der Senior hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über einen längeren Zeitraum rund 40.000 bis 50.000 Euro an die international agierenden Betrüger verloren. Ohne das Einschreiten des Zeugen wäre der finanzielle Schaden im Rahmen dieses „Schockanrufs“ bzw. der falschen Behördenmitarbeiter vermutlich noch weitaus höher ausgefallen.

Der Zeuge erklärte im Rahmen seiner Ehrung, dass er selbst vor Jahren durch eigene Erfahrung in Zusammenhang mit einem dubiosen Online-Bahnticketkauf auf die Risiken und die Anonymität digitaler Zahlungsmittel aufmerksam geworden war. Dies schärfte seinen Blick für die Gefahr im analogen Alltag.

„Das Verhalten von Herrn Schwering ist ein Paradebeispiel für gelebte Zivilcourage. Er hat nicht weggesehen, sondern den Mut aufgebracht und die Entscheidung getroffen, einzugreifen und die Behörden zu verständigen. Auch wenn der finanzielle Verlust für das Opfer schwer wiegt, hat der Zeuge Schlimmeres verhindert.“ so Polizeipräsident Reiner Hamm im Rahmen der Ehrung.

Wichtige Präventionshinweise der Polizei zum Thema „Paysafe-Karten“ und Telefonbetrug: Was sind Paysafe-Karten? Dabei handelt es sich um Wertkarten, die in fast jedem Supermarkt oder Tankstelle bar oder per Karte erworben werden können. Sie enthalten einen PIN-Code. Wird dieser Code an Dritte weitergegeben, ist das Geld unwiderruflich weg. Die Transaktionen sind anonym und im digitalen Raum kaum zurückzuverfolgen.

Keine Behörde fordert Guthabenkarten: Weder die Polizei noch Interpol, Staatsanwaltschaften oder Gerichte fordern jemals Zahlungen in Form von Paysafe-, iTunes- oder Google-Play-Karten! Gesundes Misstrauen: Wenn Angehörige, Bekannte oder Kunden plötzlich ungewöhnliche Mengen an Guthabenkarten kaufen, sprechen Sie sie aktiv an. Im Zweifel den Notruf wählen: Wenn Sie den Verdacht eines Betrugs haben, tun Sie es dem geehrten Zeugen gleich – wählen Sie die 110. Quelle: Polizei

Polizeipräsident R. Hamm (links),
Herr S. Schwering

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