WEYERBUSCH-HERMESKEIL – Wählergruppe Käppele besucht erste Regioklinik Rheinland-Pfalz in Hermeskeil

WEYERBUSCH-HERMESKEIL – Wählergruppe Käppele besucht erste Regioklinik Rheinland-Pfalz in Hermeskeil

Eine Delegation der Wählergruppe Käppele hat das St. Josef-Krankenhaus des Marienhaus Campus Hermeskeil besucht, um sich vor Ort über das Konzept der ersten Regioklinik in Rheinland-Pfalz zu informieren. Ziel des Austauschs war es, Impulse und Anregungen für eine mögliche Regioklinik in Altenkirchen mitzunehmen.

Die Delegation wurde herzlich von Krankenhausoberin Annette Münster-Weber empfangen. Am Gespräch nahmen außerdem teil: die ärztliche Direktorin Dr. med. Eva Ewers, die kaufmännische Direktorin Alexandra Gebel, die gleichzeitig Standortleitung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Hermeskeil ist, Annika Bier (Kommunikation/Marketing) sowie Christina De Francesco-Kasper (Leitung zentrales Medizincontrolling) aus der Trägerzentrale.

Kamilla Guiffrieda bedankte sich im Namen der Wählergruppe für den offenen Austausch und die kompetente Gesprächsrunde. Alexandra Gebel betonte, wie wichtig der Marienhaus Gruppe eine verlässliche medizinische Versorgung im ländlichen Raum sei: „Es ist uns ein Herzensanliegen die Gesundheitsversorgung in der Region langfristig sicherzustellen. Mit der Eröffnung der Regioklinik im Herbst 2024 haben wir ein Hermeskeil ein neues Kapitel für die Gesundheitsversorgung in der Umgebung aufgeschlagen“.

Neben Chirurgie, Innerer Medizin und einer psychiatrischen Tagesklinik bietet das Haus eine 24/7-Notfallversorgung. Frau Dr. Ewers erläuterte das Konzept dieser Versorgung, das auf sogenannte „Alltagsnotfälle“ ausgerichtet ist. Diese machen den größten Anteil der Notfallaufnahmen aus. Für weitergehende Behandlungen und Fälle, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, bestehen Kooperationen mit Partnern in der Region.

Vor der Umstrukturierung verfügte das Marienhaus Klinikum St. Josef in Hermeskeil über etwa 140 Betten und der dazugehörigen Infrastruktur. Im Zuge der Reform zur Regioklinik wurde die Anzahl auf 20 Betten reduziert. Auf die Frage der Wählergruppe, ob ein Haus dieser Größe wirtschaftlich betrieben werden könne, antwortete Frau De Francesco-Kasper klar: „Allein kann ein solches Haus nicht kostendeckend arbeiten.“ Entscheidend sei ein Netzwerk aus Kooperationspartnern, die die Infrastruktur gemeinsam nutzen – etwa MVZ, Pflegeeinrichtungen oder niedergelassene Ärzte, die die OP-Säle mitnutzen. „Nur in einem solchen Verbund kann eine solche Einrichtung – vormals als kleines Grund- und Regelversorger gelebtes Krankenhaus, umgewandelt zu einer Regioklinik – bestehen.”

Im Gegensatz zur Situation in Altenkirchen kooperiert die Regioklinik mit dem Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier sowie mit weiteren Klinik-Standorten der Marienhaus-Gruppe in St. Wendel, Saarlouis und Bitburg. Sabine Lindner sieht hier eine große Chance für Altenkirchen: „Wenn der Kreis Altenkirchen die medizinische Versorgung der Bevölkerung wirklich sicherstellen will, ist die finanzielle Unterstützung einer Regioklinik eine wichtige Grundlage und ein starkes Zeichen für mögliche Kooperationspartner.“

Frau De Francesco-Kasper, die auch als Austauschpunkt wischen der Marienhaus GmbH und der Deutschen Krankenhausgesellschaft fungiert, fasste zusammen: „Wenn es gelingt, die wichtigen Akteure vor Ort zu gewinnen und zu binden, kann eine sektorenübergreifende Einrichtung funktionieren. Aber es ist kein Selbstläufer.“ Die Wählergruppe Käppele will nun genau diese Akteure für eine Kooperation in Altenkirchen gewinnen. Neben der Politik müsse die Diakonie zur Tätigkeit in Richtung Regioklinik motiviert werden oder notfalls ein Träger gefunden werden, der, wie in Hermeskeil, mit dem notwendigen Engagement hinter dem Projekt Regioklinik steht. Gunnar Lindner betonte, dass angesichts der schwierigen Vergangenheit der Altenkirchener Krankenhauspolitik auch eine kommunale Trägerschaft neu diskutiert werden müsse.

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