ALTENKIRCHEN – Jusos kritisieren CDU-Kandidaten – Sicherheit braucht Fakten, keine Pauschalurteile

ALTENKIRCHEN – Jusos kritisieren CDU-Kandidaten – Sicherheit braucht Fakten, keine Pauschalurteile

Die Jusos im Kreis Altenkirchen kritisieren das öffentliche Auftreten des CDU-Landtagskandidaten Johannes Behner im Zusammenhang mit der brutalen Attacke in der Betzdorfer Innenstadt.

Unmittelbar nach der Tat sprach Behner von einem „Problem mit syrischen und arabischen Jugendlichen“. Diese Aussage verbreitete sich schnell und prägte die Debatte weit über Betzdorf hinaus. Inzwischen hat die Polizei klargestellt: Bei den beiden Tatverdächtigen handelt es sich um deutsche Staatsbürger. Gegen einen 19-Jährigen wird wegen versuchten Totschlags ermittelt, ein 15-Jähriger steht im Verdacht der Körperverletzung.

Für die Jusos ist klar: Wer in einer angespannten Lage Herkunft öffentlich ins Zentrum stellt, bevor die Ermittlungen abgeschlossen sind, trägt politische Verantwortung. Solche Zuschreibungen wirken nach. Sie treffen viele Menschen, die mit der Tat nichts zu tun haben, und sie belasten das gesellschaftliche Klima in unserer Stadt.

Das Mitgefühl gilt ohne Einschränkung dem Opfer und seiner Familie. Die Tat ist brutal und erschütternd. Sie muss konsequent aufgeklärt und strafrechtlich verfolgt werden. Doch Kriminalität hat keine Nationalität. Politik darf daraus keine vorschnellen Deutungen ableiten.

Vor diesem Hintergrund sehen die Jusos auch die angekündigte „Sicherheitsveranstaltung“ mit dem Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, kritisch. Wendt steht seit Jahren für eine stark zugespitzte sicherheitspolitische Rhetorik und für Forderungen nach immer weitergehenden Befugnissen. Wer ihn einlädt, entscheidet sich bewusst für diese Tonlage. In Verbindung mit den vorherigen öffentlichen Aussagen entsteht ein politisches Bild, das mehr auf Zuspitzung als auf Besonnenheit setzt.

Sicherheit ist ein zentrales Anliegen der Menschen. Sie braucht eine starke Polizei, gute Ausstattung, sichtbare Präsenz und eine konsequente Strafverfolgung. Gleichzeitig braucht sie Prävention, Jugendarbeit und soziale Stabilität. Die SPD-geführte Landesregierung investiert seit Jahren in diesen umfassenden Ansatz aus moderner Polizeiarbeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt.  

Gerade in sensiblen Situationen gilt: Erst die Fakten klären, dann politische Schlussfolgerungen ziehen. Sicherheit entsteht durch Vertrauen in den Rechtsstaat und durch verantwortungsvolle Politik.

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