RHEINLAND-PFALZ – Gemeinsamer Branchenstreiktag Gesundheit und Campus am 28. Januar in Mainz

RHEINLAND-PFALZ – Gemeinsamer Branchenstreiktag Gesundheit und Campus am 28. Januar in Mainz

In der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes der Länder erhöhen Beschäftigte aus Gesundheitseinrichtungen, Hochschulen, Studierendenwerken sowie Forschungseinrichtungen mit einem gemeinsamen Branchenstreiktag den Druck auf die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Im Bezirk Mittelrhein der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) sind am 28. Januar die Beschäftigten an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, dem Studierendenwerk Mainz, der Studierendenschaft der JGU, der Rheinhessen-Fachklinik Alzey, der Hochschule Mainz und der Technischen Hochschule Bingen zum Warnstreik aufgerufen. Geplant ist eine öffentliche Kundgebung um 10:00 Uhr auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, vor der „Schule des Sehens“.

„Die Arbeitgeber lassen am Verhandlungstisch jede Wertschätzung für die Leistung der Beschäftigten vermissen. Wer will, dass Gesundheit und Hochschulen funktionieren, muss endlich ein verbindliches Angebot vorlegen“, erklärte Patricia Tautermann, Gewerkschaftssekretärin im ver.di-Bezirk Mittelrhein. Auch in der zweiten Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar legte die TdL kein verbindliches Angebot vor. „Die Arbeitgeber tragen deshalb die volle Verantwortung für die Ausweitung der Warnstreiks“, so Tautermann.

ver.di fordert sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens 300 Euro monatlich. Für Nachwuchskräfte sollen die Vergütungen um 200 Euro pro Monat steigen, außerdem fordert ver.di ihre unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung. Zudem will ver.di die Erhöhung aller Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte.

„Die Beschäftigten in den Einrichtungen unseres Landeskrankenhauses und anderen Gesundheitseinrichtungen sorgen unter schwierigen Bedingungen dafür, dass kranke Menschen rund um die Uhr gut versorgt werden. Das muss anerkannt werden, auch finanziell“, betonte Veith Stahlheber, Gewerkschaftssekretär im ver.di-Bezirk Mittelrhein. „In vielen Bereichen hält die Bezahlung der Länder nicht Schritt mit der Tarifentwicklung anderswo. Das verschärft den Personalmangel und die Belastung in den Teams.“

Gleichzeitig machen die Beschäftigten am Campus deutlich, dass gute Lehre und Forschung nur mit guten Arbeitsbedingungen möglich sind. „Ob studentische Beschäftigte, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Beschäftigte in Technik und Verwaltung oder in den Studierendenwerken und Forschungseinrichtungen: Alle am Campus sind wichtig“, sagte Stefanie Stephan, ver.di-Aktive der JGU. „Schon jetzt gibt es vielerorts Probleme, freie Stellen zu besetzen. Die Einrichtungen müssen als Arbeitgeber attraktiv sein, damit sie ihre gesellschaftlich so wichtigen Aufgaben erfüllen können.“

Für den Hochschulbereich setzt sich ver.di außerdem dafür ein, dass studentische Beschäftigte tariflich abgesichert werden. „Ohne studentische Beschäftigte würde der Hochschulbetrieb nicht funktionieren. Sie brauchen endlich einen Tarifvertrag, der verlässlich ist und im Zweifel auch durchgesetzt werden kann“, erklärte Jürgen Breuel, ver.di-Aktiver der JGU. In der letzten Tarifrunde konnte ver.di eine schuldrechtliche Vereinbarung erreichen, die Mindeststandards bei Bezahlung, Vertragslaufzeiten und Stundenumfängen vorsieht. Diese werden jedoch nicht überall eingehalten und können nicht individuell juristisch durchgesetzt werden.

In der Rheinhessen-Fachklinik Alzey wird es am Warnstreiktag zu Einschränkungen kommen, die Versorgung ist jederzeit gewährleistet. „Die Beschäftigten streiken verantwortungsbewusst, niemand wird wegen des Warnstreiks zu Schaden kommen“, so Stahlheber. „Auch die Arbeitgeber müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und für faire Arbeitsbedingungen sorgen, damit nicht noch mehr Beschäftigte den Bereichen Gesundheit und öffentliche Dienste den Rücken kehren.“

Die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder werden am 11. Februar in Potsdam fortgesetzt.

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