RHEINLAND-PFALZ – Kita-Gipfel in Ludwigshafen – Beschäftigte machen Druck auf Landespolitik
RHEINLAND-PFALZ – Kita-Gipfel in Ludwigshafen – Beschäftigte machen Druck auf Landespolitik
Beim ver.di Kita-Gipfel am Mittwochabend haben Kita-Beschäftigte aus Ludwigshafen eindringlich auf die dramatische Situation in den Einrichtungen hingewiesen. Rund 130 Teilnehmende schilderten hohen Personalmangel, massive Arbeitsverdichtung und wachsende fachliche Anforderungen und formulierten klare Forderungen an Politik und Verwaltung.
„Mein Arbeitsalltag fühlt sich oft an wie ein permanentes Hin- und Herrennen – überall brennt es“, sagte die Erzieherin Michaela Kuffler. Unter den aktuellen Personalschlüsseln sei gute pädagogische Arbeit kaum noch verlässlich möglich.
Auch die Struktur der Erzieherrinnenausbildung stand in der Kritik. Fred Bogdahn, Kita-Beschäftigter aus Ludwigshafen, bezeichnete die derzeitige Ausbildungslogik als realitätsfern: „Mehrere Jahre unbezahlte Ausbildung schrecken junge Menschen ab. Wir brauchen einen direkten, dualen und von Anfang an vergüteten Zugang zum Beruf.“
Die Erzieherin Maria Haag machte deutlich, dass sich die Arbeitsbedingungen unmittelbar auf die Kinder auswirken: „In vielen Situationen schaffen wir es nur noch, unserer Aufsichtspflicht gerecht zu werden. Für gezielte Förderung fehlt oft die Kraft.“
Im Vorfeld der Landtagswahl richteten die Beschäftigten ihre Forderungen ausdrücklich an die Landespolitik. 7 Direktkandidat*innen von SPD, CDU, Linke, Grüne, FDP, Volt und BSW unterzeichneten eine Absichtserklärung zur Umsetzung zentraler Forderungen der Beschäftigten, darunter bessere Personalschlüssel, zusätzliche Ressourcen bei Förderbedarf und eine Reform der Ausbildung.
Der ver.di Bezirksgeschäftsführer Pfalz, Jürgen Knoll, erklärte: „Gute Kitas gibt es nur mit guten Arbeitsbedingungen. Dafür braucht es jetzt verbindliche Entscheidungen des Landes.“


















