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GEBHARDSHAIN – Nach dem OVG Urteil – BI Hümmerich intensiviert ihre Arbeit

Veröffentlicht am 15. Mai 2024 von wwa

GEBHARDSHAIN – Nach dem OVG Urteil – BI Hümmerich intensiviert ihre Arbeit – Naturschutz, Aufklärung und rechtliche Optionen im Vordergrund

Nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Koblenz, wonach die Kreisverwaltung Altenkirchen die zwei auf dem Hümmerich geplanten Windräder unter Auflagen genehmigen soll, hat die Bürgerinitiative (BI) Hümmerich begonnen, ihre Arbeit genau gegen diese Errichtung von Natur und Landschaftsbild zerstörenden industriellen Windanlagen zu intensivieren.

Schon seit Jahren kämpft die BI Hümmerich gegen die geplanten Windräder – mal waren fünf im Gespräch, dann drei und jetzt noch zwei. „Die Idee, die dahintersteckt“, so Hermann
Schmidt und Uwe Weger, die beiden Ansprechpartner der BI, in einer Pressemitteilung, „ist einfach: Zuerst viel fordern und sich dann stückweise reduzieren, bis etwas übrigbleibt, das
die meisten Chancen hat, genehmigt zu werden.“ – „Aber stehen erstmal die ersten zwei Anlagen, werden die nächsten bald folgen“, ist sich auch BI Aktivist Toni Leyendecker sicher:
„Nicht nur das Haus Hatzfeldt ist scharf auf die Erträge, die von den öffentlich protegierten Windradplänen zu erwarten sind.

Schon jetzt schauen auch andere, die auch am Hümmerich Grundstücke besitzen, begehrlich auf den Ausgang des Verfahrens, um dann alsbald für angrenzende Flächen Windräder zu beantragen. Ruck, zuck steht erst der ganze Hümmerich und dann die Gegend drumherum voll mit diesen Dingern.“ Da drehe es sich nicht um CO 2 oder um Klimawandel, sind sich die Aktivisten der BI einig: „Angesichts der unverschämt hohen Pachten, die zum Teil weit über 100.000 Euro pro Jahr und Windrad liegen, ist nachzuvollziehen, dass allein das Geld im Vordergrund steht.“

„Aber uns geht es nicht um Neiddebatten und auch nicht um die fehlgeleitete Energiepolitik in Deutschland, vielmehr geht es uns um die eiskalte Machtpolitik, mit der ‚Notstandsgesetze‘ durchgepeitscht worden sind, mit denen alle bisher geltenden Konventionen für den Schutz von Landschaft, Fauna und Flora auch hier bei uns am Hümmerich ausgehebelt werden,“ erzürnen sich die BI-ler. Es gebe in Deutschland keinen Stromnotstand, der es rechtfertige, die durch europäisches Recht geschützten Tierarten auf dem Hümmerich zu opfern. Auch ohne die AKW haben wir ausreichend Strom, bei der Windkraft sogar Überkapazitäten.

„Die schwankenden Strommengen aus Windkraft sind im Stromnetzmanagement nur schwer beherrschbar. Wegen der auf Jahre noch bestehenden Netzengpässe müssen daher immer öfter Windkraftanlagen abgeschaltet werden. Die Windmüller braucht das nicht zu stören, bekommen sie doch für den nicht gelieferten Strom die volle Ausfallentschädigung, Tendenz stark steigend“, erläutert Toni Leyendecker. „Das kann jeder Stromkunde in den nächsten Jahren bei den Netzentgelten auf seiner Stromrechnung ablesen.“

Bis auf den Verkehrssektor seien auch die CO 2-Werte alle im Zielkorridor der Pariser Abkommen. Dass das OVG Koblenz dennoch diese „Notstandsgesetze“ höherstellt als die über Jahre hinweg mühsam errungenen Naturschutzstandards, sei daher nicht hinzunehmen, so die Pressemitteilung.

Toni Leyendecker: „Vor diesem Hintergrund sind wir dabei, die Aktivitäten der BI in allen Bereichen weiter hochzufahren: Wir suchen den Austausch mit anderen Natur- und
Landschaftsschützern, mit Juristen, Behörden und Politikern, wir kommunizieren mit unseren Mitgliedern und den Menschen rund um den Hümmerich, um sie davon zu überzeugen, dass es wichtig ist, sich weiter zu engagieren und zu kämpfen. Und nicht zuletzt werden wir uns wie bisher intensiv dem Naturschutz widmen, indem wir aufmerksam die geschützten Tierbestände beobachten und insbesondere Vogelflugbewegungen dokumentieren. Unsere einzigartige Natur und Landschaft vor dem gierigen Zugriff der Windbarone und -grafen beschützen, das ist und bleibt unser Ziel!“

Foto: Der Hümmerich zwischen Gebhardshain und Mittelhof im Abendrot. Foto: Uwe Weger