Anregung für Neuwied
NEUWIED – Leserbrief: Anregung für Neuwied
In Koblenz stimmten drei Stadtratsfraktionen bei Enthaltung einer weiteren Fraktion für die Umbenennung einer historisch belasteten Straße in „Esther-Bejarano-Straße“. Die Benennung der Straße erfolgt nach der im Juli verstorbenen jüdischen Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano, die mit ihren Vorträgen an Schulen und ihrer Musik einen wichtigen Beitrag zur politischen Aufklärung und Erinnerungskultur geleistet habe, so die Einschätzung eines Befürworters im dortigen Stadtrat. Eine Befürworterin betonte, Esther Bejarano sei eine großartige Frau und ein Sinnbild für Mut, Entschlossenheit und Unermüdlichkeit gewesen.
Am 3. September 2018 war sie in Neuwied. Es war aufwühlend, als die KZ-Überlebende im Amalie-Raiffeisen-Saal der Volkshochschule aus ihrem Buch „Erinnerungen“ vorlas. Sie war als junges Mädchen nach Auschwitz gekommen und hatte überlebt, weil sie vorgeben hatte, Akkordeon spielen zu können. Ich war auf dieser Veranstaltung und durfte erleben, mit welcher Ausdruckskraft sie ihr langes und kämpferisches Leben als ihren Sieg über die Nazibarbarei herausstellte. Was jetzt in Koblenz möglich gewesen ist, kann Neuwied auch: eine Straße nach ihr benennen. Siegfried Kowallek, Neuwied