
DÖTTESFELD – Sportfest der Döttesfelder Ambosskickers –
Im Waldstadion an der Wied wurde seit Tagen geschafft. Das alljährlich seit über 20 Jahren stattfindende Sportfest stand an. Hüpfburg, Bierpavillon, Grillküchenzelt, Spielergarderobe und nicht zuletzt der Entsorgungswagen für menschliche Bedürfnisse wurden aufgebaut. Natürlich fehlten auch nicht die dicken Lautsprecher für die musikalische Unterhaltung und die Durchsagen des Stadionsprechers.

Freitag ging’s dann los mit dem Alte Herren Turnier. Die alten Herren sind auch die, die in Döttesfeld im Sommer 1988 zu den vornehmlich jüngeren Mitgliedern des Schützenvereines Döttesfeld gehörten, die die Idee hatten, sich noch auf einem anderen Gebiet, als dem des Schießsportes, zu betätigen. Da man dabei gleichermaßen die körperliche Ertüchtigung als auch den gesellschaftlichen Aspekt und die Einnahme alkoholischer Getränke im Sinn hatte, fiel die Wahl schnell auf den Hobby-Fußball. Diese Idee wurde während der darauf folgenden Wochen in zahllosen Thekengesprächen weiter entwickelt. Schließlich traf man sich am 21. November 1988 zu Gründungsversammlung einer Hobby-Fußballmannschaft im Gasthaus “Zur Schmiede” in Döttesfeld.

Weil zu dieser Zeit die Döttesfelder noch besser schießen als Fußballspielen konnten, waren sie gern gesehene Gäste zu Veranstaltungen bei den umliegenden Fußballvereinen. Die Mannschaft hatte in den ersten Jahren nach der Gründung weniger fußballerisches Können, aber dafür mehr Unterhaltungswert. Mit Jahren hartem Trainings und guter Jugendarbeit sind heute die Döttesfelder bei Turnieren der Hobbymannschaften in den Kreisen Neuwied und Altenkirchen inzwischen ernstzunehmende Gegner.

Der Unterhaltungswert ist geblieben, das konnten die Zuschauer im Waldstadion erleben. Zahlreiche Gäste standen am Spielfeldrand, auf dem die Weizenbomber aus dem Wiedtal gegen die Spieler aus Hilgenroth hinter dem Ball herliefen. Die Spielzeit musste öfter mal angehalten werden, wenn wieder mal der Ball in der Wied landete und mit dem Kescher an Land geholt werden musste.

Zehn Handballer aus Sachsen, die im benachbarten Ahlbach ihren Urlaub verbrachten, gaben den Döttesfeldern am Samstagnachmittag ein Gastspiel mit einer exotischen Fußballspielvariation. Die Spieler zielen auf das freigelegte Hinterteil des Torwartes. Bestimmt kein Vergnügen auf Seiten des Torwarts, aber für das begeisterte Publikum, wo die Frauen sonst nur stramme Fußballwaden zu sehen bekommen.

Begeistert waren auch die beiden Radwanderer aus dem Badischen, die von der Musik angelockt unter einem schattigen Baum die Zeit vertrödelten. Sie waren in den vergangenen Tagen nicht weit gekommen. Erst am Rhein in Hönningen eingekehrt, dann am Vatertag in Oberlahr gewesen und jetzt schmeckte ihnen das Döttesfelderstadionbier. Das schmeckte auch MdL Dr. Peter Enders, der den Sportlern mal einen Besuch abstattete.

Der Nachmittag dürfte noch so manchen ins schwitzen gebracht haben, auch die, die nicht hinter dem runden Leder herlaufen mussten. Vielleicht hatte sich der eine oder andere Besucher in der nahen Wassertretanlage im Holzbach abgekühlt, denn die besitzt die Ortgemeinde Döttesfeld auch. (mabe/wwa) Fotos: Becker/Wachow