„Missa De Profundis“ gelungenes Werk für Pink Sisters
NETPHEN – Merzhäuser: „Missa De Profundis“ gelungenes Werk für Pink Sisters – Matthias Merzhäuser, erfolgreicher Chorleiter und Komponist hat eine Herzensangelegenheit zu Ende gebracht: Seine neue Mess-Komposition für dreistimmigen Frauenchor (SSA) ist beendet und soeben erschienen. „Missa De Profundis“ ist der Name des durchgängig dreistimmigen Werkes aus der Feder von Merzhäuser, der im vergangenen Jahr bereits nach der Präsentation der dreistimmigen „Sankt Matthias Messe“ für Gemischten Chor viel Lob aus der Fachwelt erhielt.
Die nun erschienene Missa De profundis ist eine anspruchsvolle, ansprechende und doch gut realisierbare Messe, die für den Praxisgebrauch geschrieben wurde. Sie ist eine Auftragskomposition der Widmungsträger. Dies sind die sogenannten „Pink Sisters“, genauer gesagt die „Sisters of Congregatio Servarum Sancti de Adoratione Perpetua – SspSAP), einer Gruppe der Steyler Missionare, die ihr Mutterhaus in St. Augustin bei Bonn haben und im „Convent of Divine-Peace“ in der philippinischen Stadt Cebu leben. Die Schwestern dieses Ordens haben ein Gelübde abgelegt, nur noch nach der Prämisse „Ora et labora – Bete und arbeite“ zu leben. Nicht nur das rosa Gewand der Steyler Anbetungsschwestern ist ungewöhnlich, auch ihr Leben: Wer in ihr Kloster eintritt, verabschiedet sich für immer von der Welt für außerhalb der Klostermauern. Nur durch ein Gitter getrennt dürfen die Ordensfrauen – wenn überhaupt – mit der Außenwelt kommunizieren. So ist es für den Komponisten und Chorleiter Matthias Merzhäuser bis heute noch eine unglaublich hohe Ehre, der einzige Mann zu sein, der als Nicht-Prister das Kloster der „Pink-Sisters“ betreten darf, um mit den Ordensschwestern zu singen und zu musizieren. Zustande kam der Kontakt durch die Inspiration des philippinischen Paters Louie A. Punzallan aus Manila, der als Leiter des Büros für Äußere Angelegenheiten der San Carlos-Universität im philippinischen Cebu bereits seit 2010 mit Matthias Merzhäuser zusammenarbeitet. An der höchst-renommierten Universität San Carlos ist Merzhäuser temporär als Vocal-Coach und Stimmbildner des 60köpfigen Universitätschores (der „USC-Choristers“) tätig und hat auch für diesen Chor eine Reihe von Chorwerken komponiert. So entstand die Zusammenarbeit mit den Pink Sisters und der Wunsch nach einer Messe, die die Pink Sisters nun in ihrer täglichen Frühmesse singen.
Der Aufbau der einzelnen Messteile, die übrigens alle A-Cappella singbar sind (alternativ mit improvisierter Orgel- oder Klavierbegleitung) entspricht einer Missa-Brevis als Gebrauchsmesse ohne große Textwiederholungen und wurde in einer gewissen Logik komponiert: Der Bergriff „De Profundis“ – gemäß des Psalms 130 (Aus der Tiefe rufe ich Herr zu Dir) wird in Musik umgesetzt. So beginnen alle Stücke mit dem Ton D, wie „Divine“ (göttlich, himmlisch), dem Namen des Klosters, in dem die Pink Sisters leben, beten, arbeiten und singen. Das „Kyrie“ hat als Anfangsintervall vom D aus eine Quinte, das „Gloria“ beginnt etwas höher mit einer kleinen Sexte, die im Verlauf des Stückes beim Textteil „In Gloria Dei Patris“ zur großen Sexte mutiert, um das „Sanctus“ mit einer Septime beginnen zu lassen, die sich beim „Benedictus“ über die große Septime hin zur Oktave des „Agnus Dei“ entwickelt. Dieser stetig ansteigende Ruf entwickelt sich im letzten Messteil hin zu einem frohen und strahlende Schluss im „Ad libitum“-Amen als Coda, was einen verklärten bei Gott ruhenden Schlussakkord setzt und somit die anfängliche unsichere Frage des „Kyrie“-Rufes mit glänzendem Gottvertrauen in einem D-Dur-Akkord in Terzlage bejaht. Dieser Schlussakkord ist gleichzeitig auch der höchste Ton der Messe, die vom Stimmumfang her so konzipiert ist, dass sie frühmorgens aufgeführt werden kann: Der Sopran muß meist nicht über ein „E“ hinaus. Trotzdem klingt die Messe einladend und teils sehr modern durch pentatonische Elemente und polyphone Teile.
Ergänzend zur traditionellen Messe wurde in die „Missa de Profundis“ noch ein Propriums-Angebot mit dem Titel „Let us pray“ kreiert, das den Text einer Inschrift an einem Stein der Kirche der „Adoration in Divine Peace“ im Kloster der Pink Sisters in Cebu beinhaltet. Es ist sowohl als Zwischengesang oder auch als Kommunionsgesang einsetzbar und durch seine kanonartige Anordnung in der Länge, Gestaltung und Aufführungsdauer variabel ist. Wie bei sehr vielen Kompositionen von Matthias Merzhäuser wurde auch bei der „Missa de Profundis“ auf die meisten Vortragsbezeichnungen verzichtet und somit den ausführenden Interpreten eine große Bandbreite an Gestaltungs- und Interpretationsmöglichkeiten gegeben, um die Musik leben und sich entfalten zu lassen.
















